Luogosanto – Das Herz der Gallura

Wenn man an Sardinien denkt, kommen einem oft sofort die schneeweißen Strände und das kristallklare, blau-türkise Meer in den Sinn. Und ja, es stimmt, Sardiniens Strände sind ein wahrer Traum und ziehen jedes Jahr immer mehr Besucher an. Doch Sardinien hat noch eine ganz andere, weniger bekannte Seite, die besonders für wahre Liebhaber der Insel und für Naturfreunde einfach unverzichtbar ist: das Inland.

Das unbekannte Sardinien

Wer sich von den Küsten entfernt und die touristischen Hotspots hinter sich lässt, wird in das wahre Sardinien eintauchen – eine Insel, die nicht nur durch ihre Strände fasziniert. Hier zeigt sich das Sardinien, das oft im Schatten der glänzenden Küste übersehen wird: eine Welt der wilden Berglandschaften, malerischen Dörfer und einer Kultur, die tief in der Geschichte verwurzelt ist. Hier gibt es duftende Macchia (die typischen Mittelmeergestrüpplandschaften), weite Wälder, kristallklare Flüsse, versteckte Seen und atemberaubende Gebirgspanoramen.


Luogosanto – Ein Ort der Ruhe und Tradition

Heute möchte ich Euch eines meiner Lieblingsdörfer auf Sardinien vorstellen: Luogosanto.

„Locusantu“ im hiesigen Dialekt oder auf Deutsch „heiliger Ort“. Und tatsächlich, man sagt, das Land hier sei gesegnet, beständig und stark, so wie der Stein, auf dem das Dorf erbaut wurde – der Granit.

Luogosanto liegt 321 Meter über dem Meer, quasi angeklebt an die Flanken des Monte Juanni, dem Hausberg mit seinen markanten drei Gipfeln. Etwas mehr als 1.800 Einwohner zählt das Dorf und ist seit Jahrhunderten eines der wichtigsten Bergdörfer im Norden Sardiniens.

Die Menschen hier haben schon immer Wert auf Selbstgenügsamkeit gelegt: Die meisten Dinge des täglichen Lebens bekommt man direkt vor Ort. Luogosanto ist also ein echtes Beispiel für Unabhängigkeit und Tradition.

Umgeben von imposanten Granitbergen sind die Häuser des Dorfes größtenteils aus dem gleichen Material gebaut. Was das Dorf ausmacht, ist der starke Fokus auf alte Traditionengutes Essen, die Natur und eine besinnliche Ruhe. Gerade hier, wo der hektische Sommerbetrieb an den Küsten oft alles überrollt, taucht man in eine Oase der Gelassenheit ein.

Die Atmosphäre in Luogosanto ist fast spürbar ruhig und friedlich. Diese Ruhe nimmt man förmlich auf, sobald man den Ort betritt. Gastfreundschaft wird hier wirklich großgeschrieben – jeder, der nach Luogosanto kommt, wird herzlich willkommen geheißen.

Selbst im Hochsommer, wenn der Trubel an den Küsten steigt, ist es hier ein wenig so, als würde die Zeit langsamer vergehen. Wer also auf der Suche nach einem authentischen sardischen Erlebnis ist, abseits der Touristenmassen, ist in Luogosanto genau richtig.

Luogosanto – Ein Paradies für Naturliebhaber und Abenteurer

Luogosanto ist umgeben von wunderschön schattigen und immergrünen Stein- und Korkeichenwäldern, die sich weit ins südliche Inland ziehen. Diese Wälder erstrecken sich über Täler und Granitberge bis hin nach Tempio Pausania, dem Bischofssitz von Sardinien, und verleihen der Gegend eine faszinierende, unberührte Atmosphäre.

Trotz der Abgeschiedenheit ist das Meer nicht weit. Vom Aussichtspunkt an der Hauptkirche der Basilika della Nostra Signora di Luogosanto kann man das blitzende Blau des Meeres zwischen den Bergen erhaschen – ein herrlicher Blick, der zum Verweilen einlädt.

Hinter dem Dorf findet man sich wieder in einer Welt aus grünen Wäldern und Natur pur. Die Wälder sind reich an WildtierenWildschweine, verschiedene MarderartenFüchseVögelEulen und Falken sind hier zu Hause. Auch eine Vielzahl von Reptilien, wie ZauneidechsenSchlangen (alle ungiftig) und die sardische Landschildkröte sind hier heimisch. Diese Tiere finden in den ungestörten Wäldern ihren Rückzugsort.

Die Natur von Luogosanto bietet eine Fülle an faszinierenden KräuternVögeln und Insekten, die Liebhaber der Tier- und Pflanzenwelt begeistern werden. Auf Sardinien sind viele Arten noch zu finden, die anderswo in Europa bereits auf der Roten Liste stehen oder sogar ausgemerzt wurden.

Mit einer Fläche von 135 Quadratkilometern bietet das Gebiet rund um Luogosanto eine Vielzahl von Freizeitaktivitäten für Naturfreunde und Abenteuerlustige. Ob BikenWandernBouldern oder einfach durch das Dorf bummeln – hier gibt es viel zu entdecken und zu erleben. Im Dorf selbst lässt es sich wunderbar entspannen, bummeln, einkaufen und bei einem leckeren Eis die Sonne genießen.

Und dann ist da noch die Landschaft: Granitformationen, die die Umgebung prägen, ragen immer wieder aus dem Blätterdach der Wälder hervor und bieten atemberaubende Ausblicke. Bei klarem Wetter ist sogar Korsika zu sehen, die französische Nachbarinsel, die nur einen Katzensprung entfernt zu liegen scheint.

Luogosanto ist ein Juwel der Ruhe und Natur, wo die Zeit langsamer zu vergehen scheint und man die Schönheit von Sardinien auf eine ganz besondere Weise erleben kann.

Luogosanto – Ein Paradies zwischen Bergen und Meer

Sardiniens Strände und Luogosanto – Die perfekte Kombination:

Luogosanto bietet nicht nur atemberaubende Natur und ruhige Wanderwege, sondern auch eine hervorragende Lage, um die schönsten Strände Nordsardiniens zu erkunden. Die Costa Smeralda, bekannt für ihre luxuriösen Orte wie Porto Cervo, ist nur eine kurze Fahrt entfernt und ermöglicht es, die berühmten Strände der Insel zu genießen. Auch Rena Majore und Rena Matteo an der Nordwestküste sowie Porto Pollo für Windsurfer bieten traumhafte Möglichkeiten. Alle Strände sind in 25 bis 35 Minuten mit dem Auto von Luogosanto aus zu erreichen.

Nach einem sonnigen, vielleicht hektischen Strandtag empfängt das Dorf Luogosanto die Gäste mit der traditionellen sardischen Gastfreundschaft, die hier tief verwurzelt ist und für ihre Herzlichkeit und Ruhe bekannt ist.

Historische Schätze – Zeugen vergangener Zeiten:

Luogosanto hat eine Geschichte, die weit vor Christus‘ Geburt zurückreicht. Ein bedeutendes Zeugnis der antiken Besiedlung ist die Capanna delle Riunioni, eine nuraghische Versammlungshütte auf dem Monte Casteddu (14.-9. Jahrhundert v. Chr.). Diese archäologischen Überreste von kreisförmigen Steinhütten belegen, dass sich hier bereits um 2500 v. Chr. eine wichtige Ansiedlung befand. Ein faszinierender Ort, der die Geschichte und die frühe Kultur der Insel lebendig werden lässt.

San Trano und die Teufelsgrotte – Historische Landkirchen und ihre Legenden:

In der Umgebung von Luogosanto gibt es zahlreiche Landkirchen, die während des Mittelalters für die Gläubigen ein spirituelles Zuhause waren. Besonders hervorzuheben ist die Landkirche von San Trano, in der die Heiligen Nicola und Trano als Eremiten hausten. Diese historischen Kirchen sind nicht nur ein Zeugnis des religiösen Lebens auf Sardinien, sondern auch ein faszinierendes Ziel für Geschichts- und Architekturinteressierte.

Die Teufelsgrotte, die sich in der Nähe von San Trano befindet, ist ein weiteres bemerkenswertes historisches Ziel, das mit vielen Legenden und Geschichten rund um den Teufel und die frühen sardischen Kulturen verbunden ist. Hier könnt Ihr in die mystische Atmosphäre der Vergangenheit eintauchen und die geheimnisvolle Seite Sardiniens entdecken.

Ein Ort für alle Sinne

Ob Ihr nun die Ruhe der Berge genießt, die Strände entdeckt oder in die reiche Geschichte und Kultur Sardiniens eintaucht, Luogosanto bietet einen perfekten Mix aus Natur, Geschichte und Gastfreundschaft. Die Sanftheit der Umgebung, gepaart mit der kulturellen Tiefe, macht es zu einem der schönsten und ruhigsten Orte, um Sardinien abseits der bekannten Touristenpfade zu erleben.

Die Legende von Luogosanto – Ein heiliger Ort und seine mystische Geschichte

Die Geschichte von Luogosanto ist tief verwurzelt in Legenden, die den glauben und die Unerschütterlichkeit der ersten Siedler des Dorfes widerspiegeln. Es heißt, dass die ersten Eremiten, Nicola und Trano, die den Berg Monte Juanni bewohnten, mit unerschütterlichem Glauben eine Kirche im Ort errichten wollten. Trotz aller Widerstände – selbst der Teufel, der versuchte, sie mit Verlockungen vom Bau abzubringen, konnte sie nicht beirren. In einem Anfall von Wut soll er daraufhin in die Hölle hinabgefahren sein, und ein mystisches Zeichen blieb auf dem Felsen zurück: der Fußabdruck des Teufels in der Grotta del Diavolo.

An diesem heiligen Ort, wo der Teufel seinen Abdruck hinterließ, ist es der Überlieferung nach möglich, durch das Gebet des Avemaria und einem alten Ritus das böse Auge abzuwehren und sich vor bösen Mächten zu schützen. Ein Platz der spirituellen Bedeutung und magischen Kraft.

Die Eremiten Nicola und Trano sollen schließlich mit ihren eigenen Händen die ersten Mauern der Basilika von Luogosanto errichtet haben, die heute ein bedeutendes religiöses Wahrzeichen der Insel darstellt. Im Jahr 2008 wurde Luogosanto offiziell als Città Mariana anerkannt und damit gleichgestellt mit heiligen Orten wie Lourdes.

Die heilige Tür der Basilika wird alle 7 Jahre geöffnet und lässt die Geschichte der Eremiten und ihren Glauben lebendig werden. Es ist ein Höhepunkt für Pilger und Gläubige, die die spirituelle Bedeutung des Ortes erleben möchten.

Das Fest zu Ehren der Madonna am 7., 8. und 9. September ist das größte Ereignis in Luogosanto. Es ist ein farbenfrohes Fest mit Trachtenumzügenprächtig geschmückten Pferden, einem Jahrmarkt und großen Konzerten, bei dem die ganze Dorfgemeinschaft zusammenkommt, um die Madonna zu feiern. Das Fest wird jedes Jahr ein wenig größer und zieht immer mehr Besucher und Gläubige an. Ein unvergessliches Erlebnis für alle, die den geistigen Reichtum und die kulturelle Vielfalt Sardiniens erleben möchten.

Castello di Baldu – Ein historischer Rückzugsort

Etwa 2 km außerhalb von Luogosanto, auf einem malerischen Hügel, finden sich die Ruinen des Castello di Baldu – ein faszinierender Rückzugsort aus dem Mittelalter, der heute ein idealer Ort für einen besinnlichen und ruhigen Ausflug ist. Eingebettet in den Schatten alter Eichen, bietet dieser historische Ort nicht nur beeindruckende Ruinen, sondern auch eine wunderschöne Kulisse für ein Picknick oder einfach zum Entspannen. Wer hier verweilt, wird von der Geschichte des Ortes förmlich umarmt, während der Blick auf die umliegende Natur schweift.

Im Mittelalter war das Castello di Baldu der Wohnsitz von Prinzen Baldu, der mit einer deutschen Prinzessin vom Rhein verheiratet war. Ihre Verbindung ist heute noch in den Legenden des Ortes spürbar, und das Castello, obwohl nur noch ein Schatten seiner einstigen Pracht, erinnert an die edlen Familien und die Geschichte, die hier lebte.

Castello di Balaiana – Auf den Spuren des Mittelalters

Für diejenigen, die noch tiefer in die Geschichte des mittelalterlichen Sardiniens eintauchen möchten, ist das Castello di Balaiana eine ausgezeichnete Wahl. Etwa 6 km vor Luogosanto, wenn man aus Arzachena kommt, liegt das Castello di Balaiana auf einem Hügel und bietet nicht nur eine herrliche Rundumsicht auf das Umland, sondern auch eine spannende Reise in die Vergangenheit.

Der Aufstieg zur Burg führt über mehrere hundert Stufen, die einen herrlichen Ausblick auf das sardische Landfreigeben. Oben angekommen wird man mit einem atemberaubenden Panoramablick belohnt, der sowohl den Osten als auch den Westen Sardiniens umfasst. Diese Sicht war damals für die Verteidigung von unschätzbarem Wert, heute aber vor allem ein Ort für Entdecker und Geschichtsinteressierte.

Beide Castelli, das Castello di Baldu und das Castello di Balaiana, sind hervorragende Ziele für alle, die Sardiniens mittelalterliche Geschichte und wunderschöne Natur miteinander verbinden möchten.

Korkernte in Sardinien – Ein harter Job unter der Sonne

In den heißen Sommermonaten auf Sardinien wird eine der traditionsreichsten und zugleich anstrengendsten Arbeiten der Insel ausgeführt: die Korkernte. Während sich die Strände mit Sommertouristen füllen und die Temperaturen an die 40 Grad Celsius heranreichen, ist es für die Korkeichenwälder rund um das Dorf Luogosanto Zeit, ihre wertvolle Rinde zu verlieren.

Fachmänner, die mit scharfen DolchenÄxten und geübten Handgriffen ausgestattet sind, schneiden die Korkeichen. Sie ziehen große Korkplatten von der Rinde der Bäume, die im Sommer durch die Hitze von Baum und Rinde getrennt sind. Doch dieser Vorgang ist ein gefährliches Geschäft: Ein falscher Schnitt kann den Baum töten, und es darf nie zu viel Rinde entfernt werden. Zudem verteidigen WespenKäfer und Ameisen ihr Zuhause in der Rinde mit allen Mitteln, was die Arbeit noch anspruchsvoller macht.

Der Prozess ist exakt und anspruchsvoll – es geht nicht nur um das Abnehmen der Rinde, sondern um das richtige Timing. Nur im Hochsommer, wenn die Luftschicht zwischen Baum und Rinde optimal ist, lässt sich das Korkmaterial ohne Schaden ernten. Während der übrigen Jahreszeiten sind Baum und Rinde untrennbar miteinander verbunden.

Nach der Ernte wird der Kork in Tempio Pausania oder Calangianus in Fabriken weiterverarbeitet: Er wird dort gelagert, gekocht und zu den Korken verarbeitet, die weltweit die besten Weine verschließen und vor dem Verderben bewahren. Diese alte Handwerkskunst ist auf der Insel nach wie vor von großer Bedeutung und zeigt eine tiefe Verbindung zwischen Natur und traditioneller Sardischer Arbeit.

Die Korkernte ist ein faszinierender, wenn auch mühsamer Prozess, der nicht nur das Handwerk und das Handeln der Sardiner widerspiegelt, sondern auch die besondere Beziehung zur Natur, die hier in harmonischer Koexistenz mit der Landschaft gepflegt wird.

Hausmannskost in der Gallura – Die Zuppa Gallurese

Die Zuppa Gallurese ist ein traditionelles Gericht aus der Gallura, der nordöstlichen Region Sardiniens. Ursprünglich von Bauern aus übrig gebliebenem Brot, Käse und Fleischbrühe zubereitet, hat sich das Rezept im Laufe der Zeit verfeinert. Es besteht aus schichtweise geschichtetem Brot (meist Landbrot) und Käse (wie Pecorino oder Feta), das mit einer Brühe aus Schweine- oder Lammfleisch übergossen und im Ofen gebacken wird, bis die Oberfläche knusprig ist.

Früher ein Arme-Leute-Essen, hat sich die Zuppa Gallurese zu einem festlichen Gericht entwickelt, das heute für die Gastfreundschaft und Tradition der galluresischen Küche steht. Mein Rezept für euch findet Ihr hier

Die Landfeste in Luogosanto: Tradition, Gastfreundschaft und gutes Essen

Wer nach einem heißen Sommer Luogosanto besucht, kann großes Glück haben, eines der traditionellen Landfeste mitzuerleben. Diese Feste sind nicht nur ein Ausdruck der sardischen Gastfreundschaft, sondern auch ein Symbol für Gemeinschaft und die tief verwurzelte Kultur des Dorfes. Ob das Ende des Winters, der Beginn des Sommers oder die Erntezeit – Feste gibt es immer, und sie sind tief in der Geschichte und Tradition verankert.

Feierlichkeiten und Traditionen

Schon Wochen vor dem Fest wird mit großem Eifer vorbereitet. Es werden Meterlange Tische und Bänke aufgebaut, und alles ist bereit für die gemeinschaftliche Feier. Der Aufwand ist gewaltig, aber das Zusammenkommen wird umso mehr geschätzt. Tanz und Musik hallen bis spät in die Nacht, und Gastfreundschaft wird hier großgeschrieben.

Die Menüs sind ein wahres Fest für den Gaumen: Rinder werden zu GeschnetzeltemWildschweine werden in Sugoverfeinert, und Spanferkel drehen sich über dem offenen Feuer. Fleisch, Pasta mit Sugo, dazu viel Wein – alles für die Gemeinschaft und die Tradition. Das Essen wird nach alter Tradition serviert, und wer in das Dorf kommt, ist stets herzlich eingeladen, mitzufeiern und sich an der großen Tafel zu bedienen.

Ein Stück echtes Sardinien

Bei diesen Festen wird nicht nur gegessen, sondern auch viel erzählt. Geschichten aus dem Dorf, von den Neugeborenenund den Verstorbenen des Jahres, über die Veränderungen im Dorf und all das, was das Jahr geprägt hat. Gemeinschaft und Austausch sind genauso wichtig wie das Festmahl. Es geht um Verbundenheit, um die Pflege von Traditionen und darum, miteinander zu feiern.

Die unermüdlichen Helfer – wie Biriu

Ein besonderes Augenmerk verdienen die Menschen, die mit ihrer Hingabe und Arbeit diese Feste möglich machen. Biriu, ein kleiner Mann, ist das perfekte Beispiel für die sardische Gastfreundschaft und Arbeitermentalität. Trotz seines fortgeschrittenen Alters und Rückenproblemen ist er Jahr für Jahr da, um die beste Rindfleischsuppe zu kochen und das Geschnetzelte zuzubereiten, das jeden zum Staunen bringt. Er hat das Kochen und Organisieren der Festlichkeiten über Jahre hinweg perfektioniert und ist zu einer Legende in der Gemeinde geworden. Und seine Tochter Giacomina hilft ihm nun bei der unermüdlichen Arbeit, die schon bei 5 Uhr morgens beginnt und oft erst nach Mitternacht endet.

In der dörflichen Küche geht es nicht nur um das Kochen, sondern um das Weitergeben von Wissen und die Liebe zum Handwerk. Diese Menschen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen, haben das Herz und den Spirit von Sardinien in sich. Ihre Arbeit und Gastfreundschaft sind der wahre Schatz, den das Fest mit sich bringt.

Ein Stück echtes Sardinien erleben

Luogosanto bietet also nicht nur Ruhe und Natur, sondern auch einen tiefen Einblick in das wahre Leben auf der Insel, wo Traditionen und Gemeinschaft über Generationen hinweg bewahrt werden. Diese Feste sind nicht nur eine Feier, sondern ein Lebensgefühl, das jedem Besucher ein Stück echtes Sardinien näherbringt. Wenn Ihr also in den heißen Sommermonaten hier seid, haltet Ausschau nach einem dieser Landfeste und lasst Euch in die Gastfreundschaft und Kultur von Sardinien entführen.

Frühling, Sommer, Herbst und Winter in Luogosanto: Ein Jahr im Einklang mit der Natur

Im Frühling erwacht die Natur rund um Luogosanto in voller Pracht. Die Wälder, Wiesen und Weiden verwandeln sich in ein wahres Farbspektakel. Bunte Wildblumen und duftende Kräuter breiten sich aus und verströmen ihren intensiven Duft in die Luft. Die Sardinien-Fans können den Frühling schon riechen, sobald sie mit der Fähre in den Hafen einfahren. Der Duft der italienischen Strohblume (Helichrysum italicum), des wilden Lavendels und vieler anderer Pflanzen lässt die Seele der Insel lebendig werden.

Der Sommer bringt mit sich die typische mediterrane Hitze und das pralle Leben in und um das Dorf. Während die Küstenregionen von Touristen überflutet sind, bleibt das Inland ein friedlicher Rückzugsort. Hier genießen die Bewohner und Besucher eine besondere Ruhe und die Landschaft in all ihrer grünen Pracht. Die Wälder bieten Schutz vor der Sonne, und die Korkeichen werfen ihren Schatten auf den Boden, der im Sommer trocken und warm ist. Während der heißen Monate kann man oft den Geruch der Macchia (Mittelmeergestrüpp) in der Luft spüren – ein Mix aus Rosmarin, Thymian und anderen aromatischen Pflanzen.

Im Herbst verwandelt sich die Insel dann in ein Paradies für Pilzsammler. Die Wälder zwischen Luogosanto und Tempio sind voll von Edelpilzen und Steinpilzen, die mit den ersten Regenfällen sprießen. Pilzsammler mit ihren Körben sind dann in den Wäldern unterwegs, auf der Jagd nach den besten Funghi. Der Herbst ist grün, und der Duft von frischem Regen in der Luft kündigt die kommende Pilzsaison an.

Im späten Herbst reifen die dunkelblauen Mirtobeeren an den Myrto-Sträuchern. Diese Beeren sind die Grundlage des berühmten sardischen Likörs, den Mirto, der auf der Insel seit Jahrhunderten hergestellt wird. Die Erdbeerbäume(Corbezzolo) tragen nun schwere, rote, stachelige Früchte, die an Erdbeeren erinnern. Sie sind jedoch nicht nur ein Leckerbissen für die Menschen, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der Nahrung für die Bienen. Die Bienen sammeln den Nektar aus den weißen und rosa Blüten, die gleichzeitig mit den roten Früchten blühen. Daraus wird der Corbezzolo-Honig (Miele di Corbezzolo) hergestellt – ein bitterer, einzigartiger Honig, der zu den kostbarsten und begehrtesten Produkten der Insel zählt.

Der Winter bringt mit sich eine ruhige und friedliche Zeit. Der Duft von feuchtem Holz und frischen Kräutern weht durch die Luft, und die Natur kommt zur Ruhe. Die Bäume werfen ihre letzten Früchte ab, und die Bienen sammeln sich in ihren Bienenstöcken, um sich auf die kalten Monate vorzubereiten. Der Winter in Luogosanto ist eine Zeit des Innehaltens, aber auch der Vorbereitung auf das kommende Jahr, in dem die Insel wieder in voller Blüte stehen wird.

Luogosanto ist das ganze Jahr über eine Oase der Ruhe, die sich mit den Jahreszeiten wandelt und die Besucher mit ihrer Natur, ihrer Gastfreundschaft und den traditionellen Bräuchen verzaubert.

Sehenswertes & Tipps in Luogosanto:

1. Forstverwaltung Lu Sfussatu: Ein Paradies für Naturfreunde! Die Forstverwaltung Lu Sfussatu, auf dem Weg nach Tempio Pausania, bietet Besuchern wunderschön angelegte Wander- und Radwege durch unberührte Natur. Hier könnt Ihr die einzigartige Flora und Fauna der Gegend beobachten und an den zahlreichen, kristallklaren Quellen frisches Wasser trinken. Besonders spannend: Eine Grotte, die als Beobachtungsplattform genutzt wurde und euch einen tollen Ausblick auf die Umgebung bietet.

2. Diözesanmuseum von Luogosanto: Mein absoluter Tipp für Kulturinteressierte: Das Diözesanmuseum in Luogosanto, das in einem ehemaligen Franziskanerkloster untergebracht ist. Hier werden historische RelikteKunstwerke und Schätze der Region ausgestellt, die einen tiefen Einblick in die religiöse Geschichte und Traditionen von Sardinien bieten. (Artikel in Arbeit)

3. Quelle von Fonte La Filetta: Die Quelle Fonte La Filetta ist bekannt für ihre heilenden Eigenschaften. Sie liegt auf dem Weg zum Monte Canu und ist ein idealer Ort, um eine kleine Auszeit zu nehmen und das frische, reine Wasser zu genießen. Ein entspannender Ort für alle, die an natürlichen Heilquellen interessiert sind.

4. Eremo di San Trano: Für Wanderer und Historienfreunde ein absolutes Muss! Der Eremo di San Trano ist ein kleines Kirchlein, das sich auf einem Granithügel befindet. Hier siedelten sich einst die Eremiten an, deren Verehrung noch immer spürbar ist. Von diesem Punkt hat man einen atemberaubenden Blick über die gesamte Gallura und bei gutem Wetter sogar bis nach Korsika. Ein wirklich magischer Ort, der zur Ruhe und Einkehr einlädt. Ihr erreicht den Eremo 500 Meter nach der Ortsausfahrt von Luogosanto, in Fahrtrichtung Arzachena, indem Ihr der Beschilderungfolgt.

5. Olivastri Millenari – Die ältesten Olivenbäume Europas: Ein unvergessliches Erlebnis erwartet Euch bei den Olivastri Millenari am Lago di Liscia. Diese über 4000 Jahre alten Baumriesen sind nicht nur ein Naturwunder, sondern auch ein faszinierendes Zeugnis der langlebigen Tradition von Sardinien. Das Mikroklima in diesem Tal macht den Besuch besonders. Die alten Olivenbäume, die zu den ältesten Europas zählen, versetzen Euch in Staunen und Ehrfurcht – ein Ort, der euch mit seiner friedlichen Atmosphäre und überwältigenden Schönheit verzaubern wird.

Fazit: Luogosanto und die umliegenden Gebirgshänge bieten eine Fülle an natürlichen und historischenSehenswürdigkeiten. Egal, ob Ihr in die ruhmreiche Geschichte Sardiniens eintauchen, die beeindruckende Flora und Fauna erleben oder einfach nur entspannen wollt – Luogosanto ist der perfekte Ort, um Sardinien in seiner authentischsten Form zu entdecken.

Essen und Trinken in Luogosanto

Ristorante Pizzeria da Tommy:
Für ein herzhaftes Mahl in familiärer Atmosphäre empfiehlt sich das Ristorante Pizzeria da Tommy. Ihr könnt euch auf leckere PastaPizza sowie Fisch und Fleisch freuen. Es ist täglich von 12:00 – 15:00 Uhr und von 19:00 – 23:00 Uhr geöffnet, mit Ruhetag am Donnerstag. Tommy und seine Familie werden euch garantiert mit einer Leckerschmeckergarantie verwöhnen.

Ristorante Girasole:
Ebenfalls empfehlenswert ist das Ristorante Girasole in der Via S. Trano 31, das ebenfalls PastaPizzaFisch und Fleisch serviert. Hier könnt ihr täglich von 12:30 – 14:30 Uhr und von 19:00 – 23:30 Uhr genießen.

Rosticceria Lu Mulinu:
Für eine schnelle und köstliche Mahlzeit bietet sich die Rosticceria von Adriana und Pasquale in der Via San Trano 11an. Hier gibt es tolles Eis, super HähnchenPizza und süßes Gebäck zum Mitnehmen.

Agriturismo/Landhotel Quercia della Gallura:
Für ein authentisches sardisches Essen mit Übernachtung besucht das Agriturismo Quercia della Gallura, etwa 6 km außerhalb des Dorfes. Es gibt typisch sardische Gerichte, bei Matteo und Laura könnt ihr nach vorheriger Reservierung genießen und schlafen. Webseite https://querciadellagallura.blog


Übernachten in Luogosanto

Hotel & Restaurant San Trano:
Im Dorfkern erwartet euch das Hotel & Restaurant San Trano in der Via Caprera 19. Von April bis Oktober könnt ihr hier in einem Drei-Sterne-Hotel übernachten und die sardische Gastfreundschaft erleben. Weitere Informationen unter www.hotelsantrano.it.

Agriturismo Vaddidulimu:
Etwa 2 km außerhalb von Luogosanto, in der Ansiedlung Vaddidulimu, liegt das Agriturismo Vaddidulimu. Es ist das perfekte Bed & Breakfast für 40 € pro Nacht und bietet auch Halbpension an (60 €). Ganzjährig geöffnet, erreichbar unter dongu1@virgilio.it.

Agriturismo Quercia della Gallura:
Für einen Aufenthalt mit sardischem Charme könnt ihr auch das Agriturismo Quercia della Gallura besuchen, das etwa 6 km außerhalb des Dorfes liegt. Ab 35 € pro Nacht (B&B). Weitere Infos unter https://querciadellagallura.blog


Freizeitaktivitäten in Luogosanto

Reiten mit Centro Equestre Royal Dream:
Entdeckt die faszinierenden Stein- und Korkeichenwälder rund um Luogosanto hoch zu Ross mit dem Centro Equestre Royal Dream. Ein unvergessliches Erlebnis für Pferdeliebhaber und Naturfreunde.

Weinprobe bei Piero Mancini:
Der Zahnarzt Piero Mancini begann in den 60er Jahren mit dem Weinbau und bietet heute hervorragende Weinverkostungen in seinem Weingut, nur etwa 4 km außerhalb von Luogosanto. Leider können Tastings nur für Gruppen ab 20 Personen angeboten werden, aber der Besuch ist es definitiv wert.


Mein Fazit

Luogosanto, mit seiner unberührtenunvergleichlichen Natur, den netteEinwohnern und Gastgebern, den tollen kulinarischen Spezialitäten und der abwechslungsreichen Landschaft, ist ohne Zweifel eines meiner Lieblingsziele auf Sardinien. Besonders für NaturliebhaberRadfahrer und Wanderer bietet dieser charmante sardische Ort viele Möglichkeiten, ein Stück ursprüngliches Sardinien auf eigene Faust zu erkunden.

Ich kann Luogosanto besonders denen empfehlen, die die Insel abseits der üblichen Touristenströme erleben möchten. Sardinien ist einfach wunderbar im HerbstWinter und Frühling. In dieser Zeit erblüht die Natur in vollen Farben, und der massige Trubel der Sommermonate scheint weit entfernt zu sein. Ein weiterer Pluspunkt: Einige Unterkünfte sind ganzjährig geöffnet und gut beheizt, sodass ihr auch in den kühleren Monaten eine gemütliche Zeit genießen könnt.

Gerade in Corona-Zeiten ist Luogosanto ein perfekter Ort, um mit viel Platz und wenig Menschenmengen eine entspannte Zeit zu verbringen, ganz ohne die Notwendigkeit von Masken.

Ich wünsche Euch eine unvergessliche Reise und hoffe, dass ihr genauso begeistert von Luogosanto und der ruhigen, wunderschönen Seite Sardiniens seid wie ich! 🌿🏞️Fotos: Comune Luogosanto, Anja Liebert, Daniele Fontana

Viel Spass bei Eurem Aufenthalt. Weitere Fragen? einfach fragen..


Mulino di Daniela

Mal ne alte Mühle mieten? Auf Sardinien geht das. In einem romantischen Anglonatal – zwischen San Lorenzo und dem Küstenstreifen von Castelsardo nach Marina di Sorsa – liegt im Valle di San Lorenzo, dem Tal der hundert Mühlen, dieses märchenhafte und ganz seltene Ferienobjekt. Eine über 500 Jahre alte, komplett und liebevoll restaurierte Wassermühle.

Il Mulino di Daniela ist umgeben von einem Hektar Land und hat, wie es sich für eine echte Mühle gehört, seinen eigenen kleinen Bachlauf direkt vor dem Haus. Das Grundstück ist schön eingewachsen, der nächste Nachbar 50 m entfernt.

In 5 Minuten Fahrtzeit erreicht Ihr San Lorenzo, ein klitzekleines Dörfchen am Eingang des Valle dei Mulini, des Tals der Mühlen.

Bei den Renovierungsarbeiten der Mühle wurde darauf geachtet, dass die alten Strukturen so weit wie möglich erhalten werden. 
So befindet sich im Wohnzimmer noch der alte Mühlstein und viele Kleinigkeiten aus dem alten Mühlen-Leben Eurer Ferienunterkunft. Die Mühle ist einfach, rustikal und zweckmäßig ausgestattet und lässt Euch eintauchen in das einfache Leben des sardischen Müllers.  
Ich empfehle die Anmietung dieses ganz besonderen Objektes für maximal 4 Personen.

Beschreibung

Von der großen Naturstein-Terrasse betretet Ihr durch ein großes Doppel-Holztor aus schwerer Eiche den Wohnbereich der Mühle, der bis ins hohe Spitzdach offen ist.  Dort befindet sich im Raum ein großer offener Kamin, mit gemütlichen Sitzgelegenheiten davor. Rechts und links vom Kamin geht es über kleinere Treppenabsätze in die weiteren Wohnbereiche.

Rechter Hand führt die Treppe in die große Wohnküche mit Küchenzeile und Esszimmer. Ein Highlight der BBQ-Grill, in dem Ihr im Haus am offenen Feuer grillen könnt was das Herz begehrt. Die Küche ist komplett ausgestattet mit Kühlschrank, Waschbecken, Kochfeldern (Gas) und Backofen. Dazu alles, was Ihr zum täglichen Leben benötigt.

Im Haus gibt es weiterhin stehen zwei große Schlafzimmer mit je zwei Doppelbetten, Waschraum mit Waschmaschine und Badezimmer mit Dusche und WC.

Weitere Fotos folgen schnellstmöglich, ich arbeite dran 😁

In Kürze

In der Mühle erwarten Euch 200 qm großzügig gestaltete Wohnraum. Im großen, bis in die Decke geöffnete Wohnzimmer mit dem offenem Kamin, befindet sich eine gemütliche Sofaecke und die Nische des Mühlsteines. Von dort betritt man über kleine Stufen die offene Wohn-Essküche, 2 Schlafzimmer und ein Badezimmer. Die Mühle bietet Platz für 4 Personen.

San Lorenzo

San Lorenzo befindet sich in der inneren Anglona und liegt ca. 18 km östlich von Sassari. Vielen hübsche historischen Dörfer und Dörfchen könnt Ihr in der nahen Umgebung besichtigen.
Eines der schönsten ist sicherlich das hoch auf dem Berg gelegene Osilo. Bekannt für sein traditionell hergestelltes Brot, Pecorino-Käse sowie Teppich- und Webarbeiten. Ein Besuch lohnt sich ebenfalls zur Ruine des Castello dei Malaspina oder zur Wallfahrtskirche Nostra Signora di Bonoria. Oder ein Besuch an der einzigen Pyramide des Mittelmeerraumes, des Altarberges des Monte d’Accoddi aus ca. 3500 v. Chr..

Im Umkreis von 70 km bis hin nach Alghero, dem Capo Caccia, Fertilia, Ozieri, Perfugas, Porto Torres, Sassari bis nach Villanova Monteleone bieten sich von der Mühle vielfältige Möglichkeiten Sardinien zu entdecken. Hier nur einige unserer persönlichen Highlights, die aber längst nicht alle Möglichkeiten aufführen.

Lage & Umgebung

In 15 Minuten Fahrtzeit mit dem Auto erreichen Sie die nächstgelegenen Strände zwischen Castelsardo und der Marina di Sorso, ein kleiner Ferienort am Meer mit seinem wundervollen langgezogenen Dünenstrand. Richtung Sassari erreichen Sie die Strände von Platamona Lido, dem Hausstrand der Bewohner Sassari’s (30 km).

  • Sassari – Stadtbesichtigung, Einkaufen – 18 km
  • Alghero Altstadt – Grotta di Nettuno – Tropfsteinhöhle – 55 / 60 km
  • Stintino – Stände Pelosa und Pelosetta – 55 km
  • Castelsardo – Stadtbesichtigung, Einkaufen – 20 km
  • Sennori – Teppiche, Webarbeiten – 10 km
  • Codrongianus mit der romanischen Kirche Santissima Trinità di Saccargia – 30 km
  • Monte d’Accoddi – Vornuraghischer Altarberg – 26 km 
  • Nuraghe Santu Antine bei Torralba – ca. 50 km

Gut zu wissen

  • ich empfehlen Mietwagen
  • Gute Ausgangslage für Motorradfahrer
  • gut erreichbar
  • Mountainbike, Biketouren
  • die Vermieterin spricht Englisch, Italienisch
  • Haustiere erlaubt aber auf Anfrage
  • schlechte Telefonverbindung am Haus

Mietpreise

Die Mühle steht ganzjährig zur Vermietung zur Verfügung. Ich empfehle Euch die Anmietung in den wärmeren Monaten von Ende April bis Ende Oktober. Denn wie auf Sardinien oft üblich, steht keine Heizmöglichkeit für das ganze Haus zur Verfügung, dafür ist in den warmen Sommermonaten die Mühle wunderbar frisch.  Mindestaufenthalt 7 Übernachtungen

MonatPreis pro Woche / Euro
April650,– Euro
Mai700,–
Juni & Oktober750,–
Juli & September800,–
August850,–

zuzüglich

120,– Euro Endreinigung
200,– Euro Kaution (die Endreinigung wird am Ende von der Kaution abgezogen)

Bett- und Küchenwäsche kann auf Anfrage gestellt werden 30,– Euro pro Person/je Wechsel

Möchtet Ihr ein paar schöne Tage in diesem ganz besonderen Ferienobjekt verbringen? Gerne stelle ich euch euer ganz unverbindlich ein Angebot für die Mühle zusammen. So erreicht Ihr mich:

oder sendet mir das Formular ausgefüllt zurück:

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Vielen Dank für deine Antwort. ✨


Fainè – ein Kichererbsenpfannkuchen

in der Pizzeria meines Nachbarn Lorenzo hab ich sie zum ersten mal gegessen und vom ersten Bissen an geliebt: die Fainè Sassarese. Eine Art Pfannkuchen aus Kichererbsenmehl (it. Ceci), Wasser und Salz. Ein einfaches Gericht, dass man gern in der Gegend von Sassari zubereitet. Original kommt das Gericht wohl um Genua beheimatet, dort als Farinata bekannt und geliebt.

Der Unterschied zwischen dem Festlandspfannkuchen und dem aus Sardinen ist wohl, dass die Sarden ihre Fainè geschmacklich gerne noch aufpeppen. Das geht mit Zwiebeln, Salsiccia oder Gemüse, wie Artischocken (Carciofi), Rosmarin oder andere Kräuter, Pfeffer, Pilze etc. Der Fantasie und persönlichem Geschmack sind keine Grenzen gesetzt. Ich liebe die einfacher Version, pur.

Kichererbsen sind sehr gesund und werden in der italienischen Küche viel genutzt. Das Mehl enthält ca. 20 Prozent Eiweiß und damit fast doppelt so viel pflanzliches Protein wie Weizenmehl. Auch hat es einen hohen Gehalt an Ballaststoffen, worüber sich euer Verdauungssystem sehr freut.

Ich esse meine Fainè als Hauptgericht unter einem knackigen Romanesco Salat mit leichter Kapern-Joghurt-Sauce und feinen Blättchen Pecorino-Käse.

🥬🥗🥬🥗

Das Rezept für 2 Portionen

Zutaten:

  • 200 gr. Kichererbsenmehl / am besten BIO
  • 500 ml. Wasser
  • 1/2 Teelöffel Meersalz (am besten reines natürliches nicht raffiniertes Meersalz)
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Espressotasse Olivenöl

und dann könnt Ihr nach Geschmack dazugeben:

  • 1 kleine Zwiebel – ich nehme Schalotten
  • fein geschnittene Scheiben Salsiccia
  • Gemüse oder Pilze etc.

Ihr braucht:

  • 1 antihaftbeschichtete runde Auflauf- oder Kuchenform
  • Pürierstab (funktioniert am besten)
  • oder Mixer

Zubereitung:

Ich gebe das Salz und das Kichererbsenmehl in ein hohes Gefäss und gieße zuerst nur ein Viertel vom Wasser dazu und mixe das ganze mit dem Pürierstab gut durch. So vermeide ich, dass sich Klümpchen bilden. Dann gieße ich vorsichtig den Rest des Wassers dazu und mixe das ganze noch einmal gut auf. Der Teig ist fertig.

Jetzt ein wenig Geduld, denn diese noch recht flüssige Masse sollte jetzt +- 4 Stunden stehen, wobei zwischendurch immer wieder mal umgerührt wird. Ihr merkt dann auch dass die Masse nach und nach dicker wird.
P.S. ich habe meine Fainè aber auch schon nach einer Stunde Wartezeit schon in den Ofen gestellt, funktionierte auch bestens.

Ist die Wartezeit rum, heizt Ihr Euren Backofen auf Maximaltemperatur auf – 220 Grad (oder mehr) Ober- und Unterhitze

Jetzt gebt Ihr das Olivenöl in die Auflauf- oder Kuchenform. Der Boden sollte mit Öl bedeckt sein!! Dann gebt Ihr Eure Zwiebeln, Gemüse oder Salsiccia dazu. Wenn Ihr die Fainè pur probieren möchtet, natürlich nicht.

Nun gießt Ihr vorsichtig den gerührten Teig auf das Öl und vermengt vorsichtig beide Zutaten (und gebt evtl. Zwiebeln, Salsiccia etc. dazu). Es sollte aussehen, wie auf dem Bild. Die Teigmasse sollte maximal 1 cm dick sein.

Dann schiebt Ihr Eure Fainè in den auf höchste Temperatur vorgeheizten Ofen auf die mittlere Schiene und dreht die Temperatur sofort auf 200 Grad herunter. Die Fainè ist nach 25 – 30 Minuten fertig. Ab und an ein Blick in den Ofen um zu sehen, ob sie nicht zu dunkel wird. Fertig ist sie, wenn sie sich vom Boden löst und die Oberfläche schön cross-goldgelb-braun ist.

TIPP: Ich stelle nach 20 Minuten die Unterhitze aus und mache den Grill für die letzten Minuten an.

Schritt für Schritt:

Kichererbsenmehl, Salz und Wasser

Das Mehl und Salz in eine hohe Rührform geben, die Hälfte des Wassers dazu und mit dem Pürierstab durchmengen bis keine Klümpchen mehr zu sehe sind und die Masse schön cremig ist.

Dann restliches Wasser dazugeben. Fertig. Jetzt muß alles mind. 1 Stunde bis 4 Stunden ruhen.

Ist die Wartezeit vorbei, gebt Ihr das Olivenöl in eine antihaftbeschichtete Form, so dass der Boden eben bedeckt ist. Nun den Teig und evtl. andere Zutaten (Zwiebel, Salsiccia, Gemüse) dazugeben (auf dem Bild fein geschnittene Schalotten. Vorsichtig mit dem Öl verrühren (nicht mixen).

Dann schiebt Ihr Eure Fainè in den auf höchste Temperatur vorgeheizten Ofen auf die mittlere Schiene und dreht die Temperatur sofort auf 200 Grad herunter. Die Fainè ist nach 25 – 30 Minuten fertig. Ab und an ein Blick in den Ofen um zu sehen, ob sie nicht zu dunkel wird. Fertig ist sie, wenn sie sich vom Boden löst und die Oberfläche schön cross-goldgelb-braun ist.

Meine sah gestern (4.3.) so aus, sie war nicht ganz Cross-goldgelb-braun, weil ich sie in meinem Oma Holzofen gebacken hatte, den ich noch nicht ganz im Griff habe. Die Temperatur war definitiv zu hoch 😉 aber ich liebe mein Öfchen. Die Fainè war auf der einen Seite fertig, auf der anderen noch nicht ganz. Aber trotzdem war sie sehr lecker.
Beim nächsten Mal mache ich es besser und liefere das entsprechende Bild nach.

Aus dem Ofen nehmen, einige Minuten abkühlen lassen und lauwarm servieren und verspeisen. Ich esse meine Fainè als Hauptgericht unter einem knackigen Romanesco Salat mit leichter Kapern-Joghurt-Sauce und feinen Blättchen Pecorino-Käse.

Dazu empfehle ich folgende Weine:
Einen spritzigen Vermentino z.B. Stellato aus der Gallura oder Blu aus Fertilia.


Buon Appetito – viel Spaß beim Nachkochen und Genießen.. Wie immer, bei Fragen einfach fragen..

Eure Anja


#kochen #faine #kichererbsen #pfannkuchen #ceci


B&B Lu Lisandru

Costa Smeralda, Nordsardinien, Santa Teresina – Bed & Breakfast

Die kleine Ansiedlung Santa Teresina ist schon eine besonders nette Ecke in Nordsardinien. Umgeben von imposanten Granitbergen und Hügeln, fünf Fahrtminuten an die schönsten Strände der Costa Smeralda habt Ihr die Top Tips Nordsardiniens quasi vor der Haustür.

Der Bed & Breakfast von Laura und Achille ist ein ehemaliges Bauernhaus, dass die beiden zu einem gastfreundlichen Bed & Breakfast umgebaut haben. Im oberen Teil befindet sich das Wohnhaus und die drei großen Gästezimmer des B & B verbunden über eine große möblierte Terrasse. Im hinteren Bereich unterhalb ebenerdig ist der Zugang eine große Wohnküche mit Frühstückstisch für die Gäste. Hier bereitet Euch Laura ein tolles internationales Frühstück. Kaffee, Cappuccino, Tee und Säfte, dazu ihre hausgemachten Torten, Eier von den eigenen Hühnern und vieles mehr. Der richtige Start in den sardischen Urlaubstag.

Lage: Der Bed & Breakfast befindet sich außerhalb der kleinen Ansiedlung Santa Teresina (2 km von der Costa Smeralda entfernt) in einem schmalen, idyllischen, immergrün bewachsenen Tal, gesäumt von imposanten Granitsteinfelsen in denen seltene sardische Raubvögel brüten und bei schönem Wetter am Himmel kreisen. Sonnig und in absoluter Alleinlage; so genießen die Gäste auch während der Saison absolute Ruhe und garantiert einen erholsamen Sardinienurlaub. Das gesamte Grundstück umfasst ca. 10 Hektar mit Macchialandschaft, Olivenbäumen, wilden Oliven, Steineichen, Kakteen – die typisch sardischen Gewächse rundum. In den Hügeln auf der anderen Seite des Tales, liegt das sehr nette Örtchen San Pantaleo – ca. 8 km entfernt. Ein Ausflugstipp – mehr dazu weiter unten in Ausflugstipps.

Der Bed & Breakfast: 3 großzügige helle Doppel-Gästezimmer: Ambra, Smeraldo und Aquamarina, die alle über ihren eigenen Eingang und ein privates Badezimmer mit Waschbecken, Dusche, WC und Bidet haben. Beistellbett und Baby-Reisebett für kleine Gäste können dazugestellt werden. Jeweils befindet sich am Zimmer eine eigene möblierte Terrasse. Das Zimmer Aquamarina hat zusätzlich eine komplett eingerichtete Küche.

Die Ausstattung ist schlicht, sehr sauber und schön hell und mit netten Wandmalereien. Beschattet wird im Sommer mit dunklen Vorhängen.

Bett-, Bad- und Küchenwäsche (Zimmer Aquamarin) ist im Preis enthalten.

Mietpreise (Mindesaufenthalt 3 Übernachtungen)

November bis Ende Mai Zimmerpreis 60,– Euro (Belegung für 2 Personen)
Juni & Oktober pro Nacht 70,– Euro (Belegung für 2 Personen)
Juli & September pro Nacht 80,– Euro (Belegung für 2 Personen)
August pro Nacht 90,– Euro (Belegung für 2 Personen)

Zuschläge
Babies bis vollendet 2 Jahre kostenlos im Baby Beistellbettchen
ab 3 Jahre bis 14 Jahre 5 Euro pro Tag
ab 15 Jahre und Erwachsene 20,– Euro pro Tag im Beistellbett

Im Preis enthalten
Bett/Bad und Küchenwäsche (Aquamarina), wöchentlicher Wechsel


Freizeit

Quasi direkt vor der Haustür, liegt ein Küstenabschnitt für den Sardinien weltweit bekannt ist. Die Costa Smeralda: Im Sommer Treffpunkt der Reichen und Schönen der Welt. Ganzjährig Anziehungspunkt der Liebhaber des kristallklaren und in allen Türkis- und Blautönen schimmernden Meerwassers. Der Hauptort Porto Cervo ist 10 Fahrtminuten mit dem Auto entfernt, in lauen Sommerabenden könnt Ihr dort nach Lust und Laune shoppen oder nur auf der Piazza flanieren.
Sehenswert sind die vielen kleineren und größeren schneeweißen Sandstrände der Costa, wie Rena Bianca, Liscia Ruja, Razza di Juncu, Celvia oder Capriccioli, Romazzino und der Spiaggia del Principe. Alle erreicht Ihr in maximal 10 Fahrtimunten.
Oder wie wärs mit ein bisschen Kultur und der Besichtigung der extravanten Kirche Stella Maris etwas außerhalb von Porto Cervo.
Was auch immer Ihr vorhabt, ab Mai bis in den November hinein, Badezeug und Schnorchelausrüstung einpacken. Ganz wunderbar ist auch das superniedliche Bergdorf San Pantaleo, ebenfalls nur 10 Fahrtminuten entfernt. Ein Dorf gespickt mit den Bauernhäusern für die Nordsardinien, die Gallura bekannt ist und die als Planungsvorlage für viele Villen der Costa Smeralda dienten. Die Stazzi. Vom Frühjahr bis in den Herbst, findet jeden Donnerstag in San Pantaleo ein ausgezeichneter Handwerkermarkt statt. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. La Maddalena, das für seine atemberaubende Naturschönheit bekannte Archipel liegt ebenfalls direkt quasi vor der Haustür und ist über Palau (25 Minuten), von dort dann mit der Fähre schnell erreichbar. Baden, Biken, Bootstouren, Tauchen, Delfinwatching und vieles mehr. Eure Gastgeberin hat viele Insidertipps für Euch parat. Baia Sardinia ein nettes Dorf mit vielen Restaurants, Beachclubs und einladender Piazza über den Hügel und Cannigione sind ebenfalls in 10 bzw. 15 Fahrtminuten erreichbar. Hier gibt es vom Frühjahr bis in den Herbst hinein jeden Abend Nachtmärkte die zum Bummeln und Shoppen einladen.

In Kürze:

  • Bed & Breakfast, ländlich gelegen, zentral aber sehr ruhig
  • ganzjährig geöffnet
  • Sonderpreise für Langzeitgäste
  • privates Grundstück
  • 3 Gästezimmer
  • große Terrasse/n
  • großes Privatgrundstück
  • Katzen, Schafe & Hunde wohnen auf dem Hof

Gut zu wissen:

  • wir empfehlen Mietwagen
  • Gute Ausgangslage für Motorradfahrer
  • gut erreichbar
  • Mountainbike, Biketouren
  • die Vermieter sprechen Englisch, Italienisch
  • Haustiere auf Anfrage

Entfernungen

  • Olbia Flughafen – 20 km
  • Costa Smeralda – 4 km
  • Porto Cervo Zentrum – 7 km
  • Arzachena – 7 km
  • San Pantaleo – 5 km
  • Alghero Flughafen – 120 km
  • Santa teresa Gallura – 30 km
  • Palau 25 km
  • La Maddalena (über Palau) 25 km
  • Tempio 35 km • Strand 4 Km
  • Einkaufen 3 km
  • Restaurant 3 km

Möchtet Ihr ein paar schöne Tage auf Lu Lusandru verbringen: Dann sendet mir doch bitte das Formular ausgefüllt zurück und ich werde Euch umgehend ein Angebot unterbreiten.

BUCHUNGSANFRAGE B & B Lu Lisandru Santa Teresina

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B & B Lu Lisandru
Loc. Santa Teresina
I-07020 Arzachena (SS)
http://www.lulisandru.it


Ristorante La Gritta

Das La Gritta ist seit 1988 eine feste Adresse für Feinschmecker auf Sardinien. In Palau, am nordöstlichen Zipfel der Insel haben die Brüder Beniamino und Paolo D’Amore das Restaurant La Gritta mit italienischer Passion für die feine mediterrane Küche zu einer der ersten Adressen auf Sardinien aufgebaut. Immer wieder findet man das La Gritta auch in nationalen und internationalen Gourmetführern als eines der besten Restaurants Sardiniens und Italiens.

„Wo die Liebe den Tisch deckt, schmeckt das Essen am besten“

Seit 2010 Jahren verwöhnt nun die nächste Generation, Beniaminos Tochter Simona D’Amore  und Schwiegersohn Roberto Pierro die Gäste. Mit liebevoll zubereiteten Spezialitäten aus sardischer und italienischer Feinschmeckerküche und einer wunderbaren Auswahl auserlesener fantastischer Weine, die Simona als Sommelier jeden Winter neu wählt.

Die tagesfrischen Fisch- und Meeresspezialitäten sind meine absolute Empfehlung, Top sind aber auch die typisch sardischen Fleischgerichte, wie das Porcetto Sardo, dass auf dem Barbecue allabendlich über den offenen Feuer gegrillt und mit hausgemachtem Brot gereicht wird. Die frischen Gemüse, Kräuter und Salate (teils aus dem eigenen Garten) runden alle Leckereien ab. Nachspeisen, Kuchen und Dolci gibt es ebenfalls in herrlicher Vielfalt.

Ganz Neu in der Saison 2021 das Menu Light Lunch, herrliche große Salatbowls für alle Geschmäcker von Vegan bis Fisch, eine tolle, typische La Gritta-Auswahl.

Selbstverständlich sind Brot, die herrliche Pasta und die italienischen Dolci hausgemacht und werden täglich frisch in der Küche zubereitet. Sofern möglich kommen Lebensmittel von handverlesenen, lokalen oder regionalen Lieferanten, man achtet auf Bio und beste Qualität.

Mein Tipp: Wer sich unter all den Leckereien nicht entscheiden kann oder will (so wie ich), überlässt die Wahl vertrauensvoll Chef Roberto. In La Gritta bietet Euch zwei tolle Menu Degustazione = Degustationsmenüs 

➡️  Degustazione light 🍽️   3 Vorspeisen (Antipasti), wahlweise eine erste (Primo) oder eine zweite Hauptspeise (Secondo), eine Nachspeise (Dolce) 70,-- Euro pro Person

➡️  Degustazione storia e innovazione  🍽️   3 Vorspeisen (Antipasti), eine erste Hauptspeise (Primo), eine zweite Hauptspeise (Secondo), eine Nachspeise (Dolce) für  90,-- Euro pro Person
zuzüglich Getränke

Adresse & Öffnungszeiten

Ristorante La Gritta
Loc. Porto Faro
I-07020 Palau (OT) Sardegna/Italia

Tel. +39/0789-708045 & +39 333 367 7604

www.ristorantelagritta.it

auf Instagram gibts mehr herrliche Bilder der Menüs, aus der Küche und dem täglichen Leben des Gritta Teams

2021 – ab 17. Mai bis Ende November geöffnet

Ruhetag SONNTAG 

von 12.30 bis 14.30 Uhr
und 19.00 im Frühjahr, 19.30 im Sommer bis 23.00 Uhr

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Sa Pompia

Diese sonnengelben sardischen Früchte sehen seltsam aus. Sie sind relativ groß und schwer, bis 750 Gramm. Sie haben eine schrumpelige, dicke Haut mit knotigen Auswucherungen und ab manche auch tiefe Falten. Sie erinnern mich an einen Mix aus Pampelmuse, Orange und Zitrone. Ihr Duft ist wunderbar, frisch.

Die Herbst- und Winterzeit auf Sardinien ist eine ganz besondere Zeit. Denn wenn der Trubel und die Touristen fort sind, kehrt mit dem Ostwind und der Frische eine ganz besondere Ruhe auf der Insel ein.

Wie kalt wird es im Winter auf Sardinien? Der Inselbewohner packt sich in der Regel ab Dezember, Januar bei Tagestemperaturen ab 10 Grad in die gefütterte Winterjacke. Nachts sinken die Temperaturen hier im Norden „selten“ einmal auf 0 – 7 Grad, Tagsüber steigt die Temperatur mit Sonnenschein und blauem Himmel auf 18 – 20 Grad.

🌞😎🌞😎

Jetzt ist viel Zeit für ausgiebige Wanderungen an menschenleeren Stränden oder in den Bergen. Zeit zum Einmachen, Einkochen, Hausschlachten, Einlegen, Wurst machen, Pilze, Spargel und Kräuter sammeln und und und. Meine Lieblingszeit.

Sa Pompia

Ab Dezember bis Ende Januar ist eine ganz besondere und seltene sardische Zitrusfrucht reif: die Pompia, hier Sa Pompia. Die Pflanze mag mildes Klima und einen geschützten Standort, weshalb sie in der Baronie an der Ostküste, von Budoni über Siniscola bis Orosei anzutreffen ist. Freunde vom Agriturismo Comino Alto bauen sie an. Und wie sehr freue ich mich als in der Corona-Langeweile im Januar der Anruf kommt und ich zum Capo Comino fahren kann um Pompia das erste mal zu ernten.

Die Früchte sehen seltsam aus, alle sind sie verschieden, relativ groß und wiegen bis 750 Gramm. Sie sind von sonnengelber Farbe und haben eine schrumpelige, dicke Haut mit knotigen Auswucherungen und ab und an auch tiefe Falten. Sie erinnern an einen Mischung aus Pampelmuse, Orange und Zitrone. Reibt man an der Schale steigt ein wunderbar frischer Zitrusduft in die Nase. Beim Pflücken der Frucht muß man sehr aufpassen, denn die Zweige sind sehr dornig. Die Schale ist sehr dick, es gibt wenig Fruchtfleisch und ihr Saft ist noch saurer als der einer Zitrone.

Bereits im Jahre 1760 wurde die Pompia in Statistiken über Obstanbaugebiete für den Vizekönig aufgeführt. Im Jahr 1780 fand sie dann in einem Aufsatz über die Artenvielfalt der Insel Erwähnung. Auf Sardinien werden schon seit vielen Jahrhunderten Zitrusfrüchte angebaut und man nimmt an, dass die Pompia als Ergebnis einer natürlichen zufälligen Kreuzung entstanden ist. Geernet wird sie in den Wintermonaten, von Dezember bis Ende Januar. 

Die Pflanze ist heute sehr selten, was sicher daran liegt, dass sie roh kaum genossen werden kann und ihre Verarbeitung zu etwas Schmackhaftem sehr zeitaufwändig ist. Überlebt hat die Pflanze auch wohl nur, weil sie in einigen lokalen Süssigkeiten aus Siniscola verarbeitet wird, weshalb Familien oder Bauern kleine Anpflanzungen über die Jahrhunderte erhalten haben. Seit 2015 ist die Pompia ein Presidi der Organisation Slowfood. 

Presidi sind konkrete Beispiele einer neuen, nachhaltigen Landwirtschaft. Sie erhalten lokale Ökosysteme, regionale Traditionen und schaffen Lebensmittel von unverwechselbarer Qualität. Eine Qualität, die nur erreicht wird, wenn die Bedürfnisse von Umwelt, Mensch und Tier nicht gegeneinander ausgespielt, sondern in Einklang gebracht werden.

Quelle https://www.slowfood.de/was-wir-tun/presidi

Leckeres aus der Pompia

Als Sa Pompia intrea bezeichnet man die ganze kandierte ganze Frucht, wobei vorher die gelbe Schale außen sehr dünn geschält oder abgekratzt und das Fruchtfleisch unter dem weißen Teil der Schale entfernt wurde. Übrig bleibt ein kleiner hohler Ball. Dieser wird in Wasser und Honig auf ganz kleiner Flamme zwischen zwei und drei Stunden geköchelt. In Feinkostläden oder auf den Wochenmärkten der Gegend findet Ihr diese diese Spezialität im Glas, eingelegt in ihrem Honig-Kochgelee. Die Frucht könnt Ihr in Stückchen schneiden und pur genießen. Mit angerösteten Mandelblättern bestreut ist es ein tolles Topping für ein schönes Vanilleeis oder zu einem feinen sardischen Pecorino-Käse. Ihr solltet es probieren. Ich bin eigentlich kein Fan von kandierten Früchten aber Sa Pompia kandiert ist ganz anders. Ziemlich Saftig und der Gelee aus Fruchtsaft und Honig hat einfach einen ganz besonderen zitronig-pampelmusig-bittersüssen Geschmack.

Einen Teil der entfernten Schale habe ich in 95 % Alkohol (für Likör) und testweise mit Filu e Ferru, dem sardischen Aquavite, angesetzt. Alles steht noch und ich lasse ein paar Wochen reifen. Bin ganz gespannt auf das Ergebnis und halte Euch auf dem Laufenden.

Solltet Ihr im Winter auf Sardinien sein und irgendwie an die Früchte kommen, hier mein Rezept für Eure eigene Sa Pompia Herstellung:

Das Rezept Sa Pompia intrea

  • 10 frische Pompia Früchte
  • 2 Liter Wasser
  • 1,5 kg guten sardischen Wildblumenhonig (Millefiori)

Die gelbe Haut der Früchte möglichst dünn abschälen oder abkratzen.

Danach wird rund um den Stielansatz kreisförmig eingeschnitten und der entstandene Deckel entfernt. Nun setzt Ihr einen kleinen Löffel in der Frucht an und schiebt Fruchtfleisch und die Weiße Schale Stück für Stück auseinander, bis Ihr das Fruchfleisch herausnehmen könnt. Es entsteht so ein kleines hohles Bällchen. 

Das Wasser aufkochen und den Honig darin auflösen, dann die Früchte hineinlegen und auf der kleinsten Stufe langsam vor sich hinköcheln lassen.

Anfänglich sind die Schalen weiß, sie ändern nach und nach ihr Aussehen, bis sie durchscheinend sind. Das dauert zwei bis drei Stunden. Ihr solltet immer ein Auge auf den Topf haben und ab und an umrühren, damit die „Sauce“ nichts anbrennt und die Sauce nicht dunkel wird.

Dann sind sie fertig und ihr könnt Eure Pompia in Einmachgläser abfüllen. Ich verwahre sie „zur Sicherheit“ im Kühlschrank auf, zur längeren Konservierung solltet Ihr sie noch einkochen.


Buon Appetito – viel Spaß beim Nachkochen und Genießen.. Wie immer, bei Fragen einfach fragen..

Eure Anja


La Suppa! Die Zuppa Gallurese oder Zuppa Cuata

Kalt, usselig und Lust auf ein Stück Sardinien? Dann holt euch die Insel nach Hause mit dieser köstlichen, wärmenden Zuppa Gallurese, die perfekt für solche Tage ist! Trotz des Namens hat die Zuppa wenig mit einer klassischen Suppe zu tun, sondern ist eher ein reichhaltiger Brotauflauf, der wunderbar sättigt. Und für alle, die auf Diäten sind, sollte diese Zuppa definitiv tabu sein – sie wird erst dann perfekt, wenn der Käse in langen Fäden von der Gabel zieht!

Geht es um’s Essen oder um den Wein, hat jede Region in Italien ihr traditionelles Gericht, mit dem sie sich geschichtlich identifiziert. Da sind die Tortellini in Emilia, das Pesto in Ligurien, die Orecchiette in Apulien oder das mythische kiloschwere Florentiner Steak in der Toskana – nicht zu vergessen die Pizza in Neapel.

Für die Gallura, Sardiniens Norden, ist es ohne Zweifel die Zuppa Gallurese, die Geschichte schrieb.

Im Hinblick auf Kalorien und Verdaulichkeit der Zuppa, sei anzumerken, dass der Cholesteringehalt des Auflaufes – in Massen genossen – eine wahrhaft tödliche Waffe ist 😀

Um den „Schaden“ so gering wie möglich zu halten, genieße ich die Zuppa als Hauptmahlzeit mit einem schönen grünen Salat.

🥬🥗🥬🥗

Das Rezept für 4 – 6 Personen

Für die Gallura, den Norden Sardiniens, ist diese Zuppa ein wahrer Klassiker. Hier ist das Rezept für 4–6 Personen:

Zutaten für die Suppe:

  • 2 Kilo Suppenfleisch vom Rind (alternativ: 1 kg Rind, 1 kg Schwein und 500 g Lamm oder Ziege)
  • Oder für eine vegetarische Variante: 2 kg gemischtes Suppengemüse
  • 2-3 frische Tomaten (oder getrocknete Tomaten)
  • 1 große Zwiebel
  • 2-3 Karotten
  • 2 Stangen Staudensellerie
  • Basilikum und Petersilie nach Geschmack
  • Salz zum Abschmecken

Für den Brotauflauf:

  • 750 g altbackenes Weißbrot (am besten Hartweizenmehl oder -grieß)
  • 750 g Kuhmilchkäse (wie Peretta, oder alternativ junger Gouda, oder Pecorino für mehr Geschmack)

Zubereitung:

  1. Fleisch und Gemüse vorbereiten: Gemüse putzen, waschen und grob zerteilen. Das Fleisch abwaschen.
  2. Suppenbasis kochen: Zwiebel halbieren und in einem großen Topf in etwas Olivenöl scharf anbraten. Das Fleisch und das restliche Gemüse zugeben und mit 2,5 Litern kaltem Wasser aufgießen. Ein kleines Glas Weißwein hinzufügen. Auf höchster Stufe zum Kochen bringen und dann auf kleiner Flamme 2 Stunden köcheln lassen. Dabei immer wieder den Schaum abschöpfen und ggf. etwas Wasser nachgießen, falls die Flüssigkeit zu stark einkocht.
  3. Fleisch herausnehmen: Wenn die Suppe fertig ist, das Fleisch herausnehmen und zur Seite stellen. Das Gemüse wird aus der Suppe entfernt, gesiebt und, wenn gewünscht, geklärt. Die Suppe leicht abkühlen lassen.

Tipp: Das Suppenfleisch wird vom Knochen gelöst, in mundgerechte Stücke geschnitten und kann später für einen frischen Salat mit Tomaten, Zwiebeln, Oliven, Olivenöl und Essig verwendet werden.

So geht es weiter:

Das Brot nun in feine Scheiben schneiden. Den Käse grob reiben.

Eine Auflaufform mit weißem Speck oder Olivenöl ausstreichen.
Darauf eine Schicht Brotscheiben legen und diese mit dem geriebenen Käse bestreuen. Danach noch etwas gehackte Petersilie und wer mag auch ein bisschen Pfeffer.
Schicht für Schicht weitermachen bis alle Zutaten verbraucht sind.

Nun einige Schöpflöffel Suppenbrühe vorsichtig auf das geschichtete Brot giessen. Die Zuppa an einigen Stellen mit der Gabel einstechen und etwas abwarten, dass sich die Brühe gut verteilt und komplett in das Brot einzieht.

Bei Bedarf noch Brühe nachgießen, Vorsicht – das Brot soll gut durchgezogen sein aber nicht in Brühe schwimmen – sonst wird das Ergebnis zu pappig.

Zu allerletzt noch etwas Käse auf die oberste Schicht und ab in den Ofen. Wer keinen Holzofen am Haus hat, kann alternativ selbstverständlich einen e-Herd oder Gasherd nutzen.

So lange backen, bis Oberfläche der Zuppa eine schöne goldgelbe Kruste hat.

180 Grad ca. 45 Minuten bis 1 Stunde

Aus dem Ofen nehmen, einige Minuten abkühlen lassen und servieren. Dazu ein frischer grüner knackiger Salat, der ganz einfach nur mit Öl und Zitronensaft angemacht ist.

Dazu empfehle ich folgende Weine:
Rotwein IGT Colli di Limbara
auch ein Weißwein einen Vermentino aus der Gallura (wir lieben Funtanaliras oder Stellato)


Buon Appetito – viel Spaß beim Nachkochen und Genießen.. Wie immer, bei Fragen einfach fragen..

Eure Anja


Die Geschichte der Zuppa Gallurese

Die Zuppa Gallurese, liebevoll „la zuppa“ genannt, könnte uns eine lange Geschichte über ihre Entstehung erzählen, die tief in der Tradition der Gallura verwurzelt ist.

Die Stazzi und das Leben der Gallureser

Die Zuppa hat ihre Wurzeln in den Stazzi, den einfachen Bauernhäusern, die im 16. und 17. Jahrhundert erbaut wurden. Diese rechteckigen, schlichten Behausungen, umgeben von kleinen Einfriedungen für Vieh, wurden von den ersten korsischen Einwanderern eingeführt. Die Stazzi waren das Zuhause der Landbesitzer und ihrer Hirten, die hier Land- und Viehwirtschaft betrieben, um die umliegenden Dörfer zu versorgen. Die Zuppa, ein Gericht der armen Landbevölkerung, nutzte Zutaten, die vor Ort verfügbar waren.

Die Ursprünge der Zuppa Gallurese

Würde die Zuppa uns erzählen, würde sie von den alten Hartweizensorten wie Tricu Ruiu berichten, deren Grieß die Grundlage für das traditionelle Brot bildete. Sie würde uns auch von den alten Haustierrassen erzählen, die resistent gegen Dürre waren und sich von der kargen Macchia ernährten, die ihren Produkten einen besonderen Geschmack verlieh.

Der wichtigste Teil der Küche war der Ofen, „Lu Furru“, in dem die Zuppa ihre besondere Würze erhielt. Dieser Ofen wurde mit Holz aus der Macchia beheizt, das den Speisen ein unverwechselbares Aroma verlieh.

Die Entdeckung der Zuppa

Die erste Frau, die entdeckte, dass altbackenes Brot in Fleischbrühe eingeweicht ein köstliches Gericht ergab, ist leider nicht namentlich überliefert. Doch sie legte das Fundament für die Zuppa Gallurese, indem sie das Brot in Scheiben schnitt, mit Schweineschwarte fettete, es mit Käse und Kräutern verfeinerte und mit Brühe übergoss. Dieser kreative Moment führte zu einem Gericht, das im Laufe der Jahre immer weiter verfeinert und variiert wurde.

Einige Frauen fügten frische Tomaten und Gewürze hinzu, was vor allem in den Gebieten rund um Arzachena, Aglientu und Trinità d’Agultu beliebt wurde.

Die Zuppa heute

Heute spielt die Zuppa Gallurese noch immer eine wichtige Rolle in der galluresischen Küche und ist ein Muss bei geselligen Zusammenkünften wie „Spuntini“ und Hochzeiten. Leider hat die Zubereitung in vielen Restaurants und Agriturismi an Authentizität verloren: Statt im traditionellen Ofen zu backen, wird sie oft in Aluschalen eingefroren und mit Fertigwürzen gewürzt. Die wahre, frische Zuppa Gallurese mit ihrem intensiven Geschmack ist jedoch nach wie vor ein Highlight der galluresischen Gastfreundschaft.

Bilder: privat & Comune Luogosanto


Nordsardinien – die Gallura

Gallura


Glitzendblaues Meer, bizarre Granitstein-Kulissen, immergrüne Macchia, schroffe Berge, sanfte Hügel, ein Himmel so blau und eine Sonne so strahlend, dass es scheint, als herrsche ein ewiger Sommer über dieser wunderbaren Gegend 🤍

In fast allen Sardinien-Reiseführern, ob online oder als Druckwerk, ist die Gallura als eines der schönsten Reisegebiete Sardiniens anpriesen und der Meinung kann ich mich auch nur anschließen.

Der gesamte nord-östliche Teil der Insel ist ein wahres Naturschauspiel. Eingerahmt von unzähligen Stränden und Strändchen mit türkisfarbenem Meer, von bizarren Granitstein-Kulissen, immergrünen Korkeichewäldern auf sanften, immer höher steigenden Hügeln, Gebirgszügen und fantastischen Felsformationen aus Granit.

Keine sardische Landschaft ist abwechslungsreicher als die Gallura, nirgends sind die Farben ausgeprägter und die Wasserqualität des Meeres besser als im Norden der Insel.

Luogosanto

Locusantu im hiesigen Dialekt oder auf Deutsch heiliger Ort. Man sagt, das Land ist gesegnet, beständig und stark, wie der Stein auf den das Dorf gebaut ist: der Granit. 321 Meter über dem Meer liegt Luogosanto, wie angeklebt an die Flanken des Monte Juanni, dem Hausberg mit seinen drei Gipfelspitzen. Etwas mehr als 1800 Einwohner stark, ist Luogosanto schon seit Jahrhunderten eines der wichtigsten Bergdörfer im Norden Sardiniens. weiterlesen

In Vorbereitung:

  • von Olbia bis Golfo Aranci
  • Costa Smeralda
  • von Baia Sardinia über Cannigione nach Palau
  • La Maddalena, Caprera
  • von Palau über Porto Pollo, Porto Pozzo bis Santa Teresa Gallura
  • Capo Testa
  • Rena Majore, Costa Paradiso bis Badesi und Valledoria

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Schafschur im Agriturismo Canu

7 Uhr an einem sonnigen Morgen im Mai, Nordsardinien, im Herzen der Gallura. 5 km außerhalb des kleinen Bergdörfchens Luogosanto auf fast 400 Höhenmetern.

Zweihundert Hektar Land gehören zum Anwesen. Grüne Weiden, sanfte Hügel mit Macchia und wilden Olivenbäumen bewachsen, es duftet nach Frühlingskräutern, Minze und Wacholder. Der Lago Liscia schimmert im Tal in der Morgensonne und in der Ferne die Bergspitzen des Monte Limbara dessen Antennen in der Morgensonne rötlich glitzern.

Schafschur in der Gallura

Es riecht nach Land, nach Schaf – denn rund vierhundert blökende Damen und einige Herren wurden in den frühen Morgenstunden zusammengetrieben und warten darauf, dass ihnen die Wollpracht für die zu erwartende Sommerhitze von den Leibern geschoren wird. Es ist leicht bewölkt, aber warm, kein Wind und kein Regen. Das ist gut, nein ideal denn ansonsten hätte die ganze Schafschur wieder verschoben werden müssen, wie schon zwei mal in diesem für Sardinien kalten Mai.

Zum Einsatz bereit: Die Schafscherer – zwanzig kräftige schwarzäugige sardische Herren, aus allen Inselteilen sind sie nach Luogosanto gereist. Die Modernen ausgestattet mit Schermaschinen. Die Traditionellen arbeiten noch von Hand, mit altertümlich anmutenden, frisch geschliffenen großen Scheren. Auch fünfzehn Helfer haben sich eingefunden. Ihre Aufgabe die Tiere aus der Herde herausholen, zur Schur vorbereiten und die abgeschorene Wolle zusammensammeln.

Los geht’s

Zuerst sind die rund hundert Lämmer und Lämmchen an der Reihe. Sie blöken verzweifelt nach ihren Mamis. Doch muskulöse Arme greifen sie greifen sie und holen sie aus der Herde. Dann werden die Beine im Handumdrehen verschnürt und das bewegungsunfähige kleine Schafpaket wartet nun doch ziemlich relaxt auf die Dinge die da kommen, bis es an der Reihe ist.

Antonello, der Chef des Hauses Canu erklärt mir, dass die Schafschur in der Gallura eigentlich keine Tradition hat und auch die Betriebe, die so viele Schafe halten sind im Norden Sardiniens ziemlich selten. Drei oder vier Betriebe werden es sein, schätzt Antonello.     In der Gallura wurden traditionell eher Felder bestellt, Rinder und vereinzelt auch Ziegen gehalten. Antonello's Familie kam Mitte der 60er Jahre aus dem Inselherzen, der Barbagia aus Fonni mit all ihren Schafen in die Gallura um sich hier einer neuen Art des Tourismus zu widmen, dem Agriturismo. Ferien auf dem Bauernhof und vom Land auf den Tisch. Auf dem Hof in einfachen Gästezimmern Übernachten und mit hauseigenen Produkten wie Fleisch, Gemüse, Wein und vielen ausgemachten Spezialitäten sollen die Gäste bei ihrem Aufenthalt versorgt werden.

Die meisten Helfer die heute zur Schafschur angereist sind sind Freunde und gute Bekannte. „Alleine kann das von uns keiner mehr schaffen“, sagt Antonello, „bezahlen könnten wir die Arbeiter nicht“. Ohne Nachbarschaftshilfe geht da nichts, heute hier, morgen in Olbia und am nächsten Wochenende reist man woanders hin. „Das ist eigentlich ganz normal auf Sardinien und besonders in der Barbagia“, erzählt er stolz auch wenn einige dafür viele Stunde Fahrtzeit in Kauf nehmen müssen.
Er freut sich auch, dass heute so viele Touristen und Gäste gekommen sind um sich die Schafschur anzusehen. Wer mag, kann gerne helfen aber kaum einer traut sich. Einer der Zuschauer sagt mir: „schau Dir nur die muskulösen Unterarme von den Schafscherern an, da kann ich als Stadtmensch nicht mithalten, geschweige denn ein 45 Kilo schweres Schaf anheben, festhalten und verschnüren.“ Er schmunzelt.

Schafschur ist Schwerstarbeit

Ja, das sieht wirklich nach harter Arbeit aus. Es ist mittlerweile kurz nach Elf. Schafscherern und Helfern steht der Schweiß auf der Stirn. Wasser, Bier und Wein machen die Runde. Für die Versorgung der Schafscherer ist Antonello’s Familie zuständig.

Die Schafscherer stehen in gebückter Haltung über den Schafen. Schweiß tropft von Scherer’s Nase auf das Schaf. Das Tier wird auf den Rücken gelegt und zwischen den Beinen des Scherers eingeklemmt und festgehalten. Die Schermaschine am Oberarm des Tieres angesetzt und bis zum Hinterlauf in einem Schnitt durchgeschoren. So geht das bis zum oberen Rücken. Dann wird das Schaf umgedreht und die Prozedur geht von vorne los. Am Schluß werden Schwanz und Kopf freigelegt. Rund vier Minuten braucht der Scherer für ein Tier, zähle ich mit. Die Sommerfrisur ist fertig, das Schaf wird von seinen Fußfesseln befreit und springt mit großen Sätzen und scheinbar freudig blökend der restlichen Herde entgegen.

Antonello zeigt jetzt einigen Besucher-Kindern ein kleines Lamm auf dem Arm und wie ein Schaf von Hand gemolken wird. Das stehende Schaf wird zwischen den Beinen festgeklemmt und mit schnellen Griffen wird gemolken. Nun können alle probieren. Ein Becher mit frisch gemolkener Milch wird bei den Besuchern herumgereicht. Alle sind begeistert und sehr überrascht, dass die Milch so gut und gar nicht nach Schaf schmeckt.

Fertig

Um 13.30 Uhr ist die Arbeit dann getan. Die Schafe können, nun um rund vier Kilo warmer Wolle erleichtert, den heißen Sommermonaten entgegensehen.
Scherer und Helfer waschen sich an den Wasserschläuchen am Stall Schweiß und Schafduft von den Körpern. Die Kleidung wird gewechselt.
Die Frauen des Agriturismo Canu haben gemeinsam mit Freundinnen und Freunden, das Highlight des Tages, das gemeinsame Mittagessen vorbereitet. Es wird zum Essen gerufen und alle strömen herbei – rund hundert Leute im Saal, Stimmengewirr, spielende Kinder und der Duft von vielen Köstlichkeiten verbreitet sich.

Typische Gerichte der Schafschur werden aufgetischt: Antipasti (Vorspeisen) – hausgemachte Wurstspezialitäten, Schinken, Salsiccia und alle PecorinoKäsesorten der Azienda, Oliven und Eingelegtes. Dann riesige Schüsseln mit Cozze und Bocconi (Muscheln und Meeresschnecken), in Weißwein gekocht, gedünstet, gesotten. Die Primi (erste Hauptspeise) folgen, die Zuppa Gallurese und eine Brotlasagne, die Antonellos Mamma in Fonni schon vorbereitet hat.
Es wird geschwächt, die meisten sind jetzt schon fast satt. Aber es werden die nächsten Schüsseln in den Saal getragen. Die zweite Hauptspeise, die Secondi. Duftendes Spanferkel frisch gegrillt und die Pecora in Capotto, gekochtes Schaf mit Kartoffeln und Zwiebeln. Das Schaf hat Antonello’s Vater, nach barbaricinischer Art vorbereitet und stundenlang in einem riesigen Topf über dem offenen Feuer gekocht. Vorsichtig greife ich zu, denn mein deutscher Gaumen kann sich mit dem Gedanken gekochtes Schaf zu verkosten sehr sehr skeptisch. Doch dann die große Überraschung, denn das Schaf schmeckt nicht wirklich nach Schaf, sondern wirklich fein, würzig und nur ein klein wenig Schafig. Und so genehmige ich mir noch eine weitere Portion, obwohl ich noch vor wenigen Minuten halbherzig beschlossen hatte, jetzt endlich mit dem Essen aufzuhören. Aber ich kann mich nicht herauswinden, das geht hier nicht. Es ist alles so lecker und wirklich gefragt werde ich auch nicht. Es wird aufgetischt und Frau muß wenigstens so tun als wenn sie weiter ißt, sonst wären die Gastgeber beleidigt.

Geschafft sitze ich am Tisch und nicht nur ich. Im Saal kehrt Trägheit ein, Hemden und Gürtel werden dezent geöffnet, einige verlassen ihre Plätze und entwinden sich nach draußen. Durchatmen und ein klein wenig Bewegung tun jetzt ungemein gut. Allen ist anzusehen, dass sie wirklich pappsatt sind. Doch es ist noch nicht vorbei, die Nachspeisen (Dolci) folgen. Sardischer Kuchen, Küchlein und Kekse in allen möglichen Farben, Formen und Macharten, Obst und hausgemachte Seadas, eine ausgebackene Teigtasche gefüllt mit Käse, finden sich jetzt auf meinem Teller ein.

Doch dann endlich, hausgemachte Likeure und Kaffee werden in den Saal getragen. Nach vier Stunden ist das Ende absehbar und ich hoffe, dass ich dieses wahrlich oppulente Mahl irgendwann an diesem Abend auch noch verdauen werde. Um 18 Uhr dann, nach vielen Gesprächen und interessanten Geschichten rund um Schafscherer und Sardinienfans, versuche ich mich in Richtung Heimat davonzumachen. Doch noch mehr als eine Stunde brauche ich, um mich von allen zu verabschieden, hier noch einen Mirto, da noch ein kleiner Schwatz und als ich dann endlich an meinem Auto stehe, weis ich: Das war ein toller Tag, eine schöne neue Erfahrung und im nächsten Jahr bin ich wieder dabei.

In eigener Sache: 2021 begleite ich wieder eine kleine Gruppe deutschsprachiger Touristen zum Schafschurfest. Termin gebe ich möglichst frühzeitig bekannt. Wer teilnehmen möchte, kann mir gerne eine Mail schicken.

Agriturismo Canu
Loc. Canu
I-07020 Luogosanto

http://www.agriturismo-canu.com

Von Arzachena kommend Richtung Luogosanto. Ca. 5 km vor Luogosanto ist der Agriturismo links ausgeschildert. Erst eine kleine Asphaltstraße, die dann Schotterstraße wird. Der Agriturismo bietet wunderbare typische Abendessen mit hausgemachten Spezialitäten, Käseverkauf, Mittagessen für Gruppen auf Anfrage. Drei einfache Gästezimmer, alle mit eigenem Bad und Dusche. Relaxen in ländlicher Atmoshäre.

Verkaufsstelle für Käse:

Pastores
di Pino e Daniela
Loc. Tiana Arzachena
I-07020 Arzachena (OT)
von Mai bis Ende Oktober
via Google Maps Anreise

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Tipps für eure Fährfahrt nach Sardinien 🚢🌴

Damit eure Reise reibungslos verläuft, gibt es hier ein paar praktische Tipps für die Überfahrt mit der Fähre – egal ob mit Auto, Wohnmobil, Motorrad oder Fahrrad.

Vor der Abfahrt

  • Rechtzeitig da sein: Seid mindestens 2 Stunden vor Abfahrt im Hafen. Dort werdet ihr auf großen Parkplätzen in Reihen eingecheckt und wartet erst einmal ab.
  • Check-In: Eure Tickets werden kontrolliert, und euer Fahrzeug erhält oft einen Aufkleber für die Zuordnung auf dem Schiff.

Einschiffen – was ihr wissen müsst

  • Einparken im Schiffsbauch: Sobald das Schiff bereit ist, werdet ihr von den Mitarbeitern eingewiesen. Achtung: Es kann laut und hektisch werden, besonders mit größeren Gespannen ist Geschick gefragt. Bleibt ruhig und lasst euch nicht stressen.
  • Parkdeck verlassen: Um die Sicherheit an Bord zu gewährleisten, ist der Zugang zu den Fahrzeugdecks während der Überfahrt aus Sicherheitsgründen verboten. Nach dem Parken müsst ihr also euer Fahrzeug verlassen auch ist der Zugang zum Parkdeck während der Fahrt nicht erlaubt. Denkt daran, alles Notwendige für die Überfahrt mitzunehmen (z. B. Ladekabel, Babynahrung, Verpflegung, Handgepäck, Medikamente etc.). Solltet Ihr doch was vergessen haben, erbittet beim Schiffspersonal den Zugang. Ihr werdet von jemandem begleitet und könnt dann noch einmal in das Parkdeck.
  • Parkdeck merken!!: Notiert euch die Nummer eures Decks, damit ihr euer Fahrzeug nach der Ankunft schnell wiederfindet.
  • Tiere: Auch Haustiere dürfen nicht im Fahrzeug bleiben! Auf den meisten Fähren gibt es spezielle Bereiche oder Kabinen für Tiere, die sind oft schnell ausgebucht. Also frühzeitig buchen.

Buchungstipps

  • Frühbucherrabatte: Viele Gesellschaften bieten Frühbucherrabatte an. Besonders in der Hauptsaison spart ihr so bares Geld.
  • Kabinenbuchung: Für Nachtfahrten ist eine Kabine empfehlenswert. Falls ihr keine gebucht habt, fragt beim Boarding nach freien Kapazitäten – außerhalb der Saison gibt es oft noch Möglichkeiten.
  • Reise mit Haustieren Wenn Ihr einen Hund oder andere Haustiere mitbringst, checkt vorab die Bestimmungen der jeweiligen Fährgesellschaft. Viele Fähren haben spezielle Bereiche für Reisende mit Haustieren. Es gibt auch die Möglichkeit, ein Haustierzimmer zu buchen, das euch mehr Privatsphäre bietet. Denkt daran, dass während der Überfahrt keine Tiere in den öffentlichen Bereichen zugelassen sind.

An Bord

  • Rezeption zuerst: Bei Kabinenbuchung meldet euch nach dem Boarding direkt an der Rezeption, um eure Schlüssel oder Karten abzuholen.
  • Verpflegung: Die Fähren haben Restaurants, allerdings können die Preise hoch sein. Ihr könnt problemlos eure eigene Verpflegung mitbringen.
  • Orientierung: Die Schiffe sind groß und zu Beginn unübersichtlich. Die Beschilderung hilft euch, euch zurechtzufinden.

Zusätzliche Tipps

  • Bequeme Kleidung und vielleicht ein Kissen für die Fahrt sorgen für mehr Komfort.
  • Bringt euch ein kleines Handgepäck mit Snacks, Getränken, Unterhaltungsmedien und allem, was ihr während der Fahrt braucht.

Mit diesen Tipps seid ihr bestens vorbereitet für eure Überfahrt nach Sardinien – buon viaggio! 🌞🚢

Fahrtzeiten der Fähren von Festland, Frankreich, Korsika und Sizilien nach Sardinien 🚢🌴

Festland – Sardinien

  • Genua – Olbia: ca. 11h 30min
  • Livorno – Olbia: ca. 6h 30min
  • Piombino – Olbia: ca. 4h 30min
  • Neapel – Cagliari: ca. 16h 00min
  • Palermo – Cagliari: ca. 13h 30min
  • Civitavecchia – Olbia: ca. 4h 45min
  • Genua – Porto Torres: ca. 10h 00min
  • Civitavecchia – Cagliari: ca. 14h 30min
  • Livorno – Golfo Aranci: ca. 8h 00min
  • Civitavecchia – Arbatax: ca. 10h 30min
  • Civitavecchia – Golfo Aranci: ca. 5h 15min

Frankreich & Korsika – Sardinien

  • Marseille – Porto Torres: ca. 17h 30min
  • Bonifacio – Santa Teresa di Gallura: ca. 1h 00min

Sizilien – Sardinien

  • Trapani – Cagliari: ca. 10h 00min
  • Palermo – Cagliari: ca. 13h 30min

Hinweis: Alle Angaben sind nach bestem Wissen und Recherche zusammengestellt, können jedoch je nach Saison, Wetterbedingungen und Anbieter leicht variieren. 🌊 Planen Sie daher Ihre Fährverbindung frühzeitig und überprüfen Sie die genauen Zeiten direkt bei der gebuchten Fährgesellschaft. 😊

Viel Spaß bei Eurer Fährüberfahrt.

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