Nach fast 25 Jahren auf Sardinien habe ich endlich die Gelegenheit genutzt, die zwei höchsten Gipfel meiner Wahlheimat zu erklimmen: Bruncu Spina (1.829 m) und Punta La Marmora (1.834 m). Es brauchte eine arbeitsfreie Zwangspause durch den bekannten „Virus“, um mir diesen langgehegten Traum zu erfüllen – und ich kann sagen, es hat sich mehr als gelohnt.
Ein Gipfelerlebnis mit Wow-Faktor
Mit leicht zittrigen Beinen und einem Herz voller Ehrfurcht sitze ich schließlich unter dem Gipfelkreuz der Punta La Marmora. In der Hand mein kleines Picknick, und vor mir entfaltet sich ein Panorama, das mich sprachlos macht: Die gesamte Insel liegt mir zu Füßen, ein einzigartiges Schauspiel der sardischen Natur.
Vor mir mein treuer Hund, der – wie immer – keinerlei Höhenangst zeigt. Sie sitzt direkt am Abgrund, der Blick nach Osten, und lässt die Ohren im Wind tanzen. Ich dagegen spüre ein leichtes Schwindelgefühl. Hypsiphobie – meine Höhenangst – hat mich auf dieser mutigen Wandertour mehrmals herausgefordert. Doch jede Überwindung wurde belohnt: Sardinien von oben ist ein unvergessliches Erlebnis.
Warum diese Tour?
Die Wanderung zu den Gipfeln des Gennargentu-Massivs ist eine der beeindruckendsten Erlebnisse, die Sardinien zu bieten hat. Sie führt durch unberührte Berglandschaften, vorbei an wilden Schluchten, grünen Tälern und mit einer Aussicht, die weit über das türkisfarbene Meer hinausgeht.
Egal, ob ihr Sardinien schon kennt oder neu entdecken möchtet – dieser Aufstieg ist eine Reise wert, die mit Freiheit, Natur und Weitblick belohnt wird.
Mein Fazit:
Die Bruncu Spina & Punta La Marmora-Tour hat ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ verdient. Sardinien von oben zu erleben, bringt nicht nur die Höhen, sondern auch die Seele zum Schwingen. Und ich weiß jetzt schon, es wird nicht mein letzter Gipfelsturm gewesen sein. 🌿💚
Packt euren Mut und euer Picknick ein – die sardischen Berge warten auf euch! 🥾

Start & Ziel: Parkplatz S’Arena 🚶♀️🌄
Standort: Parkplatz S’Arena bei Rifugio Bruncu Spina
Der Wanderparkplatz befindet sich direkt am verlassenen Rifugio Bruncu Spina, das (Stand Mai 2021) nicht mehr in Betrieb ist. Hier gibt es ausreichend Parkplätze, um euer Fahrzeug sicher abzustellen und euch auf den Weg zu machen.
Die Route
Vom Parkplatz geht es direkt bergauf, immer den Markierungen des Sentiero CAI 721 folgend.
➡️ Orientierung:
- Die rot-weiß-roten Zeichen auf Steinen und Schildern sind eure verlässlichen Wegweiser.
- Der Weg ist gut markiert und führt euch sicher durch die atemberaubende Berglandschaft des Gennargentu.
Anfahrt
Die Anreise erfolgt am besten mit dem Auto. Ihr erreicht den Parkplatz über die Ortschaften:
- Tonara
- Desulo
- Fonni
Alle drei Orte bieten eine malerische Fahrt durch das Herz Sardiniens, die euch bereits auf das beeindruckende Bergerlebnis einstimmt.

Details zur Wanderung: Bruncu Spina & Punta La Marmora 🌄
Schwierigkeit:
- Mittel: Die Strecke führt über lockeren, unbefestigten Untergrund. Trittsicherheit und eine mittlere Kondition sind erforderlich.
Dauer:
- 4–6 Stunden: Abhängig von Kondition und Pausen.
Strecke:
- 16 km (Hin- und Rückweg).
Maximale Höhe:
- 1.853 m: Auf dem Gipfel der Punta La Marmora, dem höchsten Punkt Sardiniens.
Höhenmeter:
- Aufstieg: 560–721 m ⬆️
- Abstieg: 560–721 m ⬇️
(Differenz kann je nach verwendeter App variieren).
Anforderungen:
Landschaft: Extrem schön – ein wahrer Genuss für Naturliebhaber.
Kondition: Mittel
Technik: Mittel
Erlebnisfaktor: Sehr cool 😎



Kurzbeschreibung
Diese mittelschwere Wandertour führt euch zum höchsten Gipfel Sardiniens, dem Punta La Marmora. Die Strecke ist auch für geübte MTB-Singletrail-Fahrer geeignet. Ihr erlebt eine beeindruckende Berglandschaft, pure Natur und atemberaubende Panoramablicke.
➡️ Hinweis: Steile An- und Abstiege auf lockerem, steinigen Untergrund erfordern Trittsicherheit. Unterwegs gibt es nur gegen Ende eine Wasserquelle – packt also ausreichend Trinkwasser ein!
Ausstattung & Ausrüstung
- Schuhe: Feste Wanderschuhe oder gutes Schuhwerk mit Profil sind ein Muss.
- Sonnenschutz: Sonnencreme, Hut oder Kappe.
- Trinkwasser: Ausreichende Menge mitnehmen – es wird warm!
- Tagesrucksack: Platz für Proviant, Wasser und Regenschutz.
- Wetter: Die Tour nur bei gutem Wetter starten. Das Wetter kann in Sardiniens Bergen schnell umschlagen, und bei Regen oder Nebel wird es auf den rutschigen Wegen gefährlich.
Packliste für die Wandertour:
➡️ Packliste Wandertour Tag – PDF-Download
Leckere Verpflegung aus Tonara
Euer Startpunkt Tonara ist bekannt für seine kulinarischen Spezialitäten. Für euer Gipfelpicknick findet ihr hier tolle lokale Produkte:
- Wurst & Käse:
Metzgerei Attilo Sau, Via Su Nuratze 1 (im Einkaufszentrum)
Google Maps Link
Tonara ist außerdem berühmt für seine zuckersüße Spezialität Torrone die ihr vor Ort unbedingt probieren solltet.


Nationalpark Golfo di Orosei – Gennargentu 🌿🌄
Die Gipfel Bruncu Spina und Punta La Marmora, die Ziele meiner heutigen Wanderung, liegen im beeindruckenden Parco Nazionale del Golfo di Orosei – Gennargentu. Dieser Nationalpark ist nicht nur einer der jüngsten in Italien, sondern mit 73.935 Hektar auch der größte auf Sardinien.
Das wilde Herz Sardiniens 🏞️
Hier, im Inselinneren, befindet sich die Region Barbagia, das „Land der Barbaren“, wie es die Römer wegen des wehrhaften Volkes nannten. Heute ist die Barbagia jedoch ein Ort der Gastfreundschaft und Ursprünglichkeit.
Die Landschaft ist hier wilder, vielfältiger und spektakulärer als irgendwo sonst auf Sardinien. Sanfte Hügel, steile Klippen, tiefe Schluchten und unberührte Wälder prägen das Bild. Der Nationalpark repräsentiert das echte, unverfälschte Sardinien – voller Geheimnisse und atemberaubender Schönheit.
Anfahrt 🚗
- Von Olbia erreicht ihr das 100 km entfernte Nuoro in ca. einer Stunde.
- Für die weiteren 60 km nach Tonara plant 1,5 Stunden ein – es geht über kurvige Straßen, durch Täler, über Berge und Hügel.
Highlights des Nationalparks 🌟
Die Westseite:
- Monte Corrasi (1.463 m): Der imposante „Wächter“ über Oliena mit seiner hellgrauen, sonnenbeschienenen Spitze.
- Su Gologone: Eine kraftvolle Quelle, die aus den Tiefen des Monte Uddé sprudelt und den Lago Cedrino speist.
Der Golfo di Orosei:
- Steile Schiefer- und Kalksteinklippen, Höhlen und Schluchten prägen die Küste von Cala Gonone bis Santa Maria Navarrese.
- Selvaggio Blu: Sardiniens schwierigster Trekkingweg entlang der Küste – ein Paradies für Trekking-Enthusiasten.
- Gola su Gorropu: Eine der tiefsten Schluchten Europas mit bis zu 500 Meter hohen Felswänden.
Die Gennargentu-Gipfel:
Rechter Hand der Staatsstraße SS 389 erhebt sich die Gebirgslandschaft des Gennargentu-Massivs, gekrönt vom Punta La Marmora, dem höchsten Punkt der Insel.
Flora und Fauna 🦅🌺
Der Park ist eine Oase für Sardiniens Tierwelt:
- Mufflons, Hirsche, Wildkatzen und andere Wildtiere leben hier ungestört.
- Beeindruckende Greifvögel wie Gänsegeier, Steinadler und der seltene Eleonorenfalke durchziehen den Himmel.
- Die Vegetation reicht von immergrünen Macchia-Sträuchern bis zu uralten, tief verschneiten Wäldern im Winter.
Geschichten und Traditionen 🕊️
Der Nationalpark ist ein Land der Mythen und Legenden:
- Von der Transhumanza, dem Leben der wandernden Hirten, über stolze Menschen und ihre Traditionen bis hin zu den sagenumwobenen sardischen Banditen erzählt jede Ecke des Parks eine eigene Geschichte.
- Hier lebt die Kultur Sardiniens in ihrer ursprünglichsten Form – in den Trachten, der Musik und der Erzählkunst der Bewohner.
Fazit:
Der Nationalpark Golfo di Orosei – Gennargentu ist ein echtes Juwel Sardiniens. Mit seinen spektakulären Landschaften, der reichen Tierwelt und den tief verwurzelten Traditionen bietet er ein unvergessliches Erlebnis für Wanderer, Naturfreunde und Kulturliebhaber. 🌍✨

Tourbeschreibung: Auf dem Weg zum Bruncu Spina und Punta La Marmora 🌄
An diesem Morgen starte ich von Tonara, dem malerischen Gebirgsdorf, und mache mich auf den Weg in Richtung Fonni. Es geht 25 Minuten lang durch die grünen, dichten Bergwälder Sardiniens, vorbei an bunten Ziegenherden, die die Straßen säumen. Die Straße windet sich stetig bergauf, und die frische Morgenluft erfüllt mich mit Vorfreude.
Kurz vor der Kreuzung S’Arcu de Tascussi verändert sich die Landschaft deutlich: Der Wald lichtet sich, die Bäume werden seltener und die grünen Wiesen und großen Felsen übernehmen das Bild. Die Aussicht wird offener, und ich nehme mir Zeit, um die Landschaft in vollen Zügen zu genießen.
Das Bild der alten Baumriesen 🌳
Weiter geht es auf einer einsamen Straße, die mich der aufgehenden Sonne entgegenträgt. Die Weiden sind jetzt von einzelnen alten Baumriesen gesäumt, die stolz und kraftvoll ihre Äste in den Himmel recken. Einige Bäume biegen sich dem Hang entgegen, vom Wind gebeugt, aber dennoch majestätisch. Andere stehen aufrecht, ihre Äste wie ausgestreckte Finger, die den blauen Himmel berühren.
Ich halte immer wieder an und kann nicht anders, als ehrfürchtig zu fotografieren. Wie alt mögen diese Bäume wohl sein? Was haben sie alles erlebt, welche Stürme überstanden, welche Veränderungen in der Natur gesehen? Die Jahrhunderte sind in ihren Rinden eingraviert – und in ihrem stillen Zeugen des Lebens. 🌿📸



Ankunft an der Funtana Cerinase 💧🌿
Auf der linken Seite der Straße entdecke ich einen eingezäunten Bereich, umgeben von wunderschönen, hohen Bäumen. Inmitten dieses grünen Paradieses sprudelt die kleine Quelle Funtana Cerinase, deren kühles, klares Wasser in einem rustikalen Bachbett fließt.
Hier halte ich an und fülle meine Wasserflaschen mit dem erfrischend eiskalten Quellwasser. Es schmeckt nicht nur unglaublich frisch, sondern gibt mir auch die nötige Energie für die bevorstehenden Höhenmeter. Der Ort ist ein wahrer Ruhepol und bietet mir eine willkommene Pause, um die friedliche Atmosphäre zu genießen und mich auf die bevorstehende Wanderung vorzubereiten.
Die Quelle scheint tief in der Erde verankert zu sein und versorgt die Wanderer mit reinem, natürlichem Wasser, das einen besonderen Teil dieser Tour ausmacht. Ein schöner Moment des Innehaltens und Kraftschöpfens – die perfekte Vorbereitung auf die nächsten Schritte. 🌞💧


Der Weg zum Sentiero CAI 721 und die Begegnung mit den Kühen 🐄🌄
Weiter der Straße entlang erreiche ich nach etwa zwei Kilometern das verlassenen Rifugio S’Arena – ein trauriger Anblick. Die Herberge wirkt nagelneu, aber offensichtlich wurde sie ihrem Schicksal überlassen. Sie ist verwahrlost, als ob niemand mehr dort wohnen möchte. Es ist wirklich schade, denn ich kann mir gut vorstellen, wie ein neuer Pächter diesem Ort wieder Leben einhauchen könnte. Ich hoffe sehr, dass sich irgendwann jemand findet, der diese verlassene Herberge wiederbelebt.
Ich parke mein Auto und beginne, den Sentiero CAI 721 zu folgen. Die rot-weiß-roten Markierungen führen mich den Wanderweg entlang, und nach ein paar Kehren, die mich eine Schotterstraße hinaufführen, zieht sich der Weg weiter in Richtung Osten, immer am Hang entlang.
Die Kühe am Wegesrand 🐄💭
Ein vertrautes Glockengebimmel zieht sich durch das Tal und kündigt mir die Nähe von Kühen und ihren Kälbern an. Bald sehe ich sie: Eine Gruppe von halbwild lebenden Kühen mit ihren Kälbern blockiert den Wanderweg. Ich hoffe inständig, dass sich diese stattlichen Tiere meinen Weg freimachen, ohne dass ich zwischen ihren hörnern landen muss. Diese Tiere leben auf den großen, offenen Weideflächen Sardiniens und sind zwar halbwild, aber erstaunlich flink. Besonders schützend reagieren sie auf ihre Kälber, was mir eine gewisse Besorgnis bereitet.
Doch zu meiner Erleichterung beweisen die Tiere einen respektvollen Abstand. Die Kühe und ihre Kälber lassen mich ohne Zwischenfälle passieren und ziehen sich dann gemächlich vom Wanderweg zurück. Ich kann meinen Weg fortsetzen, mit einer gehörigen Portion Respekt und Erleichterung, dass ich ohne Hörnerkontakt weiter wandern kann. 😅🐮


Der Pfad zum Bruncu Spina: Auf schmalen Wegen durch die Berglandschaft 🏞️🐄
Nach etwa zwei Kilometern endet die Schotterstraße und gibt den Blick frei auf einen kleinen Parkplatz. Der Wanderweg setzt sich fort und führt nun weiter in Richtung Osten. Der Pfad wird merklich schmaler und schlängelt sich in der Ferne durch eine Felsenlandschaft, bergauf in Richtung meines ersten Ziels: dem Gipfel des Bruncu Spina.
Begegnung mit der nächsten Kuhherde 🐄💚
Wenig später sehe ich die nächste Kuhherde vor mir, die sich entspannt auf meinem Wanderweg niedergelassen hat. Offenbar befinden sich die Tiere gerade in einer wohlverdienten Verdauungspause. Es ist ein wunderschöner Moment der Ruhe und Stille, umgeben von der beeindruckenden Natur Sardiniens. Doch auch diese Wiederkäuer sind sehr freundlich und neugierig. Als ich näher komme, erheben sie sich langsam und ziehen gemächlich beiseite, damit ich meinen Weg fortsetzen kann. Ein weiteres friedliches Zusammenspiel zwischen Mensch und Tier, das diesen Wanderweg so besonders macht.
Der Aufstieg zum Bruncu Spina ⛰️
Mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen setze ich meinen Aufstieg fort, der Pfad wird immer schmaler und führt mich weiter in die Felsen. Der Weg schlängelt sich durch die zerklüftete Landschaft und ich kann förmlich spüren, wie sich die Landschaft verändert und mich auf das kommende Bergpanorama vorbereitet. Der Gipfel des Bruncu Spina ist zum Greifen nah und ich freue mich darauf, die erste Etappe meiner Wanderung zu erreichen.




Der Aufstieg zum Bruncu Spina: Arcu Artilai und die steile Passage 🏞️
Nach einem kurzen, aber kräftigen Anstieg habe ich die ersten 120 Höhenmeter überwunden und erreiche das markante Wegkreuz des Arcu Artilai. Der verfallene Wegweiser zeigt in Richtung Bergauf, und ich weiß, dass ich jetzt den steileren Abschnitt des Pfades betrete.
Steile Felsen und die Herausforderung der Höhenangst ⛰️💭
Der Pfad wird nun deutlich steiler, und ich muss mich durch enge Felsenpassagen hindurch bewegen, während der Bergauf immer herausfordernder wird. Es ist ein wunderschöner, aber auch anspruchsvoller Abschnitt. Immer wieder verliere ich den Weg aus den Augen, sodass ich mich auf die rot-weiß-roten Wegmarkierungen konzentrieren muss, um den richtigen Pfad nicht zu verlieren.
An der rechten Seite geht es nun steil bergab, und ich beginne zu realisieren, dass ich es heute mit meiner Höhenangst zu tun bekommen werde. Der Abgrund zur rechten Seite lässt mein Herz schneller schlagen. Wenn ich hier stolpere, gibt es keinen Halt, und ich werde mehrere hundert Meter ungebremst hinabfallen. Es ist ein unverhohlenes Gefühl von Gefahr, das mich plötzlich erfasst, und ich nehme den weiteren Aufstieg mit einer Mischung aus Respekt und Fokus in Angriff.
Die Belohnung der Aussicht: Ein Schritt weiter in die Wildnis 🌄🌿
Trotz der Höhenangst fühle ich mich toll, wirklich großartig. Ich weiß, ich muss einfach weitergehen, das Ziel vor Augen. Die Aussicht über die umliegenden Gipfel ist atemberaubend. Sie schmiegen sich wie die Sichel eines Halbmonds um das Tal, das weit unter mir liegt. Geröllfelder aus Granit und Schiefer ziehen sich talwärts und öffnen die Landschaft, die bis in die Ferne reicht. Im Tal sind vereinzelt Baumreihen zu erkennen, die das Bild harmonisch abrunden.
Die Schönheit der Wildnis 🌸🦅
Die kunterbunten Flechten haben sich auf den Steinen und Felsen niedergelassen, und zwischen ihnen finden unzählige Wildkräuter Platz, wo immer noch ein Hauch von Lebensraum besteht. Überall blühen Krokusse in Gelb, Blau und Weiß – ein wahres Naturschauspiel. Der Himmel über allem ist klar und strahlend blau. Ich bin ganz allein in dieser riesengroßen Wildnis – kein Mensch ist weit und breit zu sehen.
Die Lerchen zwitschern, und hoch oben kreist ein Raubvogel in aller Ruhe seine Runden. Der Duft der wilden Kräuterliegt in der Luft und erfüllt mich mit einer tiefen Verbundenheit zur Natur. Die Welt fühlt sich hier oben so unberührt und friedlich an, dass ich den Schwindel immer weiter von mir schiebe.
Der Weg als einzige Option 💪🌟
Trotz der Höhenangst und des Schwindels zwinge ich mich immer wieder, weiterzugehen. Ich halte mich an den Felsenfest, setze einen Fuß vor den anderen und konzentriere mich auf das Schöne um mich herum. Denn Umkehren ist keine Option – das habe ich mir fest vorgenommen. Es ist einfach viel zu schön, all das zu erleben. Ich will nicht verpassen, was mich noch erwartet, also gehe ich weiter, auch wenn jeder Schritt eine kleine Herausforderung darstellt.



Der erste Gipfel: Bruncu Spina und die geheimnisvolle Sesselliftanlage 🏞️❄️
Nach 3,5 km steilem Anstieg habe ich den ersten großen Abschnitt geschafft und erreiche endlich das höchste Plateau. Hier oben öffnet sich die Aussicht und ich kann den Weg in Richtung des Gipfelkreuzes des Bruncu Spina sehen, das nur noch etwa 200 Meter entfernt ist. Der letzte Abschnitt ist schon fast in Sichtweite und der Wind weht frisch über das Plateau.
Die Sessellift-Anlage: Ein verlassener Ort 🎿💨
Der Wanderweg führt mich nun vorbei an einer sesselliftanlage, die offensichtlich niegelnagelneu und dennoch verlassen ist. Im Sommer wird sie vermutlich genutzt, aber jetzt, Mitte Mai, liegt sie still und verlassen da. Die leeren Sessel schaukeln im Wind, und es ist fast ein wenig unheimlich, diesen leeren Bergaufzug zu sehen. In dieser Höhe kommt mir der Gedanke, wie lebendig dieser Ort im Winter oder Sommer wäre, aber jetzt bleibt er stumm und wartend.
Der magische Anblick eines Schneefeldes im Mai ❄️☀️
Und dann, als ob der Winter sich nicht ganz verabschieden wollte, entdecke ich ein großes Schneefeld, das hier im Maiimmer noch glitzernd im Sonnenlicht liegt. Das Bild ist schlichtweg magisch – mitten im Frühling, während die ersten Blüten sich zeigen, ist da dieser Schnee, der sich nicht so einfach vom Berg verabschieden möchte. Ich halte einen Moment inne und genieße diesen unerwarteten Anblick – es ist der perfekte Moment für eine kleine Pause, bevor ich den letzten Abschnitt zum Gipfel in Angriff nehme.






Der Aufstieg zum Gipfel: Punta La Marmora 🏔️🌄
Nachdem ich den genussvollen Rundumblick am ersten Tagesziel, dem Bruncu Spina, genossen habe, mache ich mich auf den Rückweg zum Plateau. Von hier aus geht es nun in Richtung Süden auf den kleinen, sich auf dem Bergkamm entlangschlängelnden Pfad. In der Ferne ist nun das Ziel des heutigen Tages deutlich zu erkennen – der Gipfel des Punta La Marmora, der höchste Punkt Sardiniens, mit seinem markanten Gipfelkreuz.
Höhenweg durch Fels und Gras 🌿🪶
Der Pfad windet sich jetzt entlang des Berggrats und bietet eine wunderschöne Aussicht auf die umliegende Landschaft. Ich spüre den Wind, der hier oben immer frischer wird, und laufe durch Felsen und Gras. Der Weg führt mich weiter, schlängelt sich immer wieder auf und ab, und lässt mir genügend Zeit, die wilde Schönheit des Berges zu genießen.
Arcu Gennargentu: Der erste Abstieg ⬇️
Der Weg führt nun steil hinab, und ich erreiche das Wegkreuz am Arcu Gennargentu auf 1659 m. Hier gibt es eine kleine Pause, bevor es wieder bergauf geht. Der Abstieg hat mich gestärkt und vorbereitet für den letzten Teil des Aufstiegs zum Punta La Marmora.
Der Geröllfeld-Aufstieg zum Gipfel ⛰️💪
Der Weg führt nun in das Geröllfeld des Su Sciusciu, auch als Bruncu Spina 2 bekannt, und der Anstieg wird merklich steiler. Doch der Weg ist gut erkennbar, und mit jedem Schritt nähere ich mich dem Gipfelkreuz. Es ist der anstrengendste Teil der Tour, aber nach etwa 700 Metern steilerem Anstieg habe ich das Gefühl, dass der schwierigste Abschnitt hinter mir liegt.
Der letzte Schritt zum Gipfel 🏔️🏅
Nun führt der Pfad weiter in einem eher gemütlichen Tempo in Richtung des Gipfels des Punta La Marmora (1853 m). Der blitzende Gipfelkreuz in der Ferne motiviert mich, den letzten Teil dieses wunderbaren Aufstiegs zu bewältigen. Es ist ein Gefühl der Erfüllung, das sich langsam einstellt, je näher ich dem Ziel komme. Bald werde ich den höchsten Punkt Sardiniens erreichen und mit einem stolzen Lächeln den Gipfel erklimmen.



Gipfelkreuz erreicht: Die Belohnung nach dem Aufstieg 🏔️🥪
Endlich habe ich den Gipfel erreicht und stehe vor dem Gipfelkreuz des Punta La Marmora. Die Aussicht hier oben ist einfach atemberaubend – ein wahres Naturwunder. Im Osten blitzt das Meer des Golf von Orosei, und im Westenerstreckt sich das Meer bei Oristano. Es ist ein Panorama, das sich in alle Richtungen entfaltet, als ob man das ganze Herz Sardiniens in einem Blick erfassen könnte.
Absolute Stille und Wind 🌬️💨
Hier oben herrscht absolute Stille. Nur ein sanftes Windchen, das aus dem Tal herauf weht, ist zu hören. Es fühlt sich an, als sei die Zeit hier oben still gestanden. Der Wind streicht durch das Hochgebirge und erfrischt mich nach dem langen Aufstieg – Frieden und Ruhe breiten sich aus, während ich mich an diesem atemberaubenden Ort aufhalte.
Verdiente Pause mit Picknick 🧀🥖
Jetzt ist es an der Zeit, mein wohlverdientes Picknick zu genießen. Aus dem kleinen Städtchen Tonara, bekannt für seine köstlichen Spezialitäten, habe ich leckere lokale Köstlichkeiten dabei. Mit einem Käse, Brot, und ein paar Würstchen aus der Gegend bereite ich mir eine wohltuende Pause und lasse die Eindrücke dieses Aufstiegs auf mich wirken.
Der Hund genießt die Aussicht 🐕🌄
Der Hund, meine treue Begleiterin, sitzt ganz entspannt auf einem Felsen über dem Abgrund und lässt die Ohren im Wind baumeln. Sie hat die Wanderung genauso gut gemeistert und genießt nun genauso wie ich den Blick auf das weite Land und das Meer, das sich in der Ferne erstreckt. Auch sie scheint die Ruhe und Weite dieses Ortes zu schätzen. Wir genießen diesen magischen Moment gemeinsam, der sich in diese wunderschöne Wanderung eingliedert.



Der Rückweg: Auf und Ab durch die westliche Flanke 🌄🚶♀️
Gestärkt von meiner Pause und mit neuen Kräften mache ich mich auf den Rückweg. Der Weg führt mich zunächst wieder entlang der Strecke, die ich gekommen bin, bis zum Wegkreuz des Arcu Gennargentu. Doch nun biege ich nach links ab und nehme den Wanderpfad, der unterhalb des Bergkamms des Bruncu Spina verläuft. Der Weg schlängelt sich in einem gemächlicheren Auf und Ab und bietet eine neue Perspektive auf die Landschaft.
Die Begegnung mit dem Rennradfahrer 🚴♂️
Der Weg, der an diesem abgelegenen Ort fast nur von Tieren und dem Wind bewohnt wird, überrascht mich mit einer unerwarteten Begegnung. Mitten auf dem endlosen Schotterweg taucht ein Rennradfahrer auf! Ein Moment der Verwirrung – wie kommt jemand hier mit dem Rennrad hin?
Der Fahrer, Alessandro, schultert das Rad und schnauft ordentlich, als er an mir vorbeikommt. Ich kann nicht anders und lache bei seinem Anblick. Er schmunzelt zurück und erklärt mir, bevor ich überhaupt fragen kann: „Ich mache eigentlich die Tour mit dem Mountainbike, aber heute wollte ich mal versuchen, mit dem Rennrad auf den Berg zu kommen.“ Er plant, auf der anderen Seite des Berges bergab zu fahren und nach einigen Kilometern Schotter den Asphaltweg zurück nach Oristano zu nehmen, wo er heute Morgen gestartet ist.
Hut ab und ein netter Austausch 🏅📸
Ich bin beeindruckt – was für eine Leistung! Hut ab vor so viel Ausdauer und Entschlossenheit. Wir tauschen ein paar Selfies aus und stellen uns gegenseitig vor, bevor wir in entgegengesetzte Richtungen weitergehen. Ich setze meinen Wanderweg fort, während Alessandro mit seinem Rennrad den Berg hinunterfährt.
Es war eine unerwartete, aber sehr nette Begegnung – ein Moment, der die Vielfalt der Erlebnisse auf diesem wunderbaren Wanderweg noch bereichert. Es erinnert mich daran, wie erstaunlich und inspirierend die Natur und die Menschen, die sie erleben, sein können.



Der Rückweg und die bleibende Schönheit der Landschaft 🌿
Es passiert nicht mehr viel an diesem Tag – aber die wunderschöne Landschaft bleibt. Mit jeder Wendung des Wanderwegs spüre ich die Ruhe und Abgeschiedenheit, die dieser Ort ausstrahlt. Der Weg führt mich weiter bergab, immer entlang der kleinen Quellen, die wie lebendige Adern des Gebirges sanft fließen. Die Quellen plätschern leise in den Felsen, und der Klang des Wassers ergänzt die Stille der Natur.
Wieder am Ausgangspunkt 🚶♀️
Langsam komme ich dem Ziel näher und folge dem Wanderweg zurück zum Arcu Artilai, von dem ich heute Vormittag den steilen Aufstieg zum Bruncu Spina begann. Die Rückkehr ist genauso friedlich wie der Aufstieg. Ich genieße den Anblick der Natur und lasse die Wanderschuhe in den Boden sinken, während ich die Rückfahrt zum Ausgangspunkt antrete. Es gibt hier nichts, was eilig wäre, alles hat seine Zeit, der Moment, die Atemzüge der Natur.
Der Abschluss der Tour: S’Arena ⛰️
Am Ende des Weges angekommen, kehre ich zurück zu meinem Auto, das ich am Anfang der Tour auf dem Parkplatz in S’Arena abgestellt hatte. Die Wanderung endet hier, aber die Eindrücke, die Landschaft und die Natur werden mich noch lange begleiten. Es ist ein wunderbares Gefühl, etwas Herausforderndes gemeistert zu haben, mit den Bergen und dem windigen Gipfel als Zeugen des Weges.
Ein letzter Blick und mehr Bilder 📸
Ich nehme mir einen Moment, um den Blick über die weitläufige Berglandschaft schweifen zu lassen. Die Berggipfelzeichnen sich scharf gegen den Himmel ab, das sanfte Grün des Gebirges, die Bäche, die die Erde speisen – all das ist ein Bild für sich. Um den Tag abzurunden, mache ich noch einige letzte Fotos, die die Schönheit dieses Ortes festhalten.
Der Tag neigt sich dem Ende zu, aber der Abenteuergeist bleibt in mir. Und ich weiß, dass ich, wenn der nächste Wanderweg ruft, wieder hinausgehen werde, in diese unberührte Wildnis, die Sardinien so einzigartig macht.












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GPS-Daten für eure nächste Wanderung 📍
Die GPS-Daten für diese wunderschöne Wanderung sowie weitere Touren auf Sardinien könnt Ihr ganz einfach auf meiner Seite auf Bikemap.net herunterladen. Dort habe ich nicht nur diese Tour, sondern auch viele andere Fahrrad- und Wandertouren für Euch hinterlegt, die Ihr direkt auf Eure Geräte laden könnt.
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Viel Spaß beim Erkunden der wilden Berglandschaften Sardiniens und der unvergesslichen Natur dieser einzigartigen Insel! 🌄
Anja
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