Wandern: Bruncu Spina & Punta La Marmora ๐ŸŒ„โญ๏ธโญ๏ธโญ๏ธโญ๏ธโญ๏ธ

Nach fast 25 Jahren auf Sardinien habe ich endlich die Gelegenheit genutzt, die zwei hรถchsten Gipfel meiner Wahlheimat zu erklimmen: Bruncu Spina (1.829 m) und Punta La Marmora (1.834 m). Es brauchte eine arbeitsfreie Zwangspause durch den bekannten „Virus“, um mir diesen langgehegten Traum zu erfรผllen โ€“ und ich kann sagen, es hat sich mehr als gelohnt.


Ein Gipfelerlebnis mit Wow-Faktor

Mit leicht zittrigen Beinen und einem Herz voller Ehrfurcht sitze ich schlieรŸlich unter dem Gipfelkreuz der Punta La Marmora. In der Hand mein kleines Picknick, und vor mir entfaltet sich ein Panorama, das mich sprachlos macht: Die gesamte Insel liegt mir zu FรผรŸen, ein einzigartiges Schauspiel der sardischen Natur.

Vor mir mein treuer Hund, der โ€“ wie immer โ€“ keinerlei Hรถhenangst zeigt. Sie sitzt direkt am Abgrund, der Blick nach Osten, und lรคsst die Ohren im Wind tanzen. Ich dagegen spรผre ein leichtes Schwindelgefรผhl. Hypsiphobie โ€“ meine Hรถhenangst โ€“ hat mich auf dieser mutigen Wandertour mehrmals herausgefordert. Doch jede รœberwindung wurde belohnt: Sardinien von oben ist ein unvergessliches Erlebnis.


Warum diese Tour?

Die Wanderung zu den Gipfeln des Gennargentu-Massivs ist eine der beeindruckendsten Erlebnisse, die Sardinien zu bieten hat. Sie fรผhrt durch unberรผhrte Berglandschaften, vorbei an wilden Schluchten, grรผnen Tรคlern und mit einer Aussicht, die weit รผber das tรผrkisfarbene Meer hinausgeht.

Egal, ob ihr Sardinien schon kennt oder neu entdecken mรถchtet โ€“ dieser Aufstieg ist eine Reise wert, die mit Freiheit, Natur und Weitblick belohnt wird.


Mein Fazit:

Die Bruncu Spina & Punta La Marmora-Tour hat โญ๏ธโญ๏ธโญ๏ธโญ๏ธโญ๏ธ verdient. Sardinien von oben zu erleben, bringt nicht nur die Hรถhen, sondern auch die Seele zum Schwingen. Und ich weiรŸ jetzt schon, es wird nicht mein letzter Gipfelsturm gewesen sein. ๐ŸŒฟ๐Ÿ’š

Packt euren Mut und euer Picknick ein โ€“ die sardischen Berge warten auf euch! ๐Ÿฅพ

Wandertour vom Refugio S’Arena รผber den Gipfel des Bruncu Spina zum Gipfel Punta la Marmora

Start & Ziel: Parkplatz S’Arena ๐Ÿšถโ€โ™€๏ธ๐ŸŒ„

Standort: Parkplatz S’Arena bei Rifugio Bruncu Spina
Der Wanderparkplatz befindet sich direkt am verlassenen Rifugio Bruncu Spina, das (Stand Mai 2021) nicht mehr in Betrieb ist. Hier gibt es ausreichend Parkplรคtze, um euer Fahrzeug sicher abzustellen und euch auf den Weg zu machen.


Die Route

Vom Parkplatz geht es direkt bergauf, immer den Markierungen des Sentiero CAI 721 folgend.
โžก๏ธ Orientierung:

  • Die rot-weiรŸ-roten Zeichen auf Steinen und Schildern sind eure verlรคsslichen Wegweiser.
  • Der Weg ist gut markiert und fรผhrt euch sicher durch die atemberaubende Berglandschaft des Gennargentu.

Anfahrt

Die Anreise erfolgt am besten mit dem Auto. Ihr erreicht den Parkplatz รผber die Ortschaften:

  • Tonara
  • Desulo
  • Fonni

Alle drei Orte bieten eine malerische Fahrt durch das Herz Sardiniens, die euch bereits auf das beeindruckende Bergerlebnis einstimmt.

Details zur Wanderung: Bruncu Spina & Punta La Marmora ๐ŸŒ„

Schwierigkeit:

  • Mittel: Die Strecke fรผhrt รผber lockeren, unbefestigten Untergrund. Trittsicherheit und eine mittlere Kondition sind erforderlich.

Dauer:

  • 4โ€“6 Stunden: Abhรคngig von Kondition und Pausen.

Strecke:

  • 16 km (Hin- und Rรผckweg).

Maximale Hรถhe:

  • 1.853 m: Auf dem Gipfel der Punta La Marmora, dem hรถchsten Punkt Sardiniens.

Hรถhenmeter:

  • Aufstieg: 560โ€“721 m โฌ†๏ธ
  • Abstieg: 560โ€“721 m โฌ‡๏ธ
    (Differenz kann je nach verwendeter App variieren).

Anforderungen:

Landschaft: Extrem schรถn โ€“ ein wahrer Genuss fรผr Naturliebhaber.

Kondition: Mittel

Technik: Mittel

Erlebnisfaktor: Sehr cool ๐Ÿ˜Ž


Kurzbeschreibung

Diese mittelschwere Wandertour fรผhrt euch zum hรถchsten Gipfel Sardiniens, dem Punta La Marmora. Die Strecke ist auch fรผr geรผbte MTB-Singletrail-Fahrer geeignet. Ihr erlebt eine beeindruckende Berglandschaft, pure Natur und atemberaubende Panoramablicke.
โžก๏ธ Hinweis: Steile An- und Abstiege auf lockerem, steinigen Untergrund erfordern Trittsicherheit. Unterwegs gibt es nur gegen Ende eine Wasserquelle โ€“ packt also ausreichend Trinkwasser ein!


Ausstattung & Ausrรผstung

  • Schuhe: Feste Wanderschuhe oder gutes Schuhwerk mit Profil sind ein Muss.
  • Sonnenschutz: Sonnencreme, Hut oder Kappe.
  • Trinkwasser: Ausreichende Menge mitnehmen โ€“ es wird warm!
  • Tagesrucksack: Platz fรผr Proviant, Wasser und Regenschutz.
  • Wetter: Die Tour nur bei gutem Wetter starten. Das Wetter kann in Sardiniens Bergen schnell umschlagen, und bei Regen oder Nebel wird es auf den rutschigen Wegen gefรคhrlich.

Packliste fรผr die Wandertour:

โžก๏ธ Packliste Wandertour Tag โ€“ PDF-Download


Leckere Verpflegung aus Tonara

Euer Startpunkt Tonara ist bekannt fรผr seine kulinarischen Spezialitรคten. Fรผr euer Gipfelpicknick findet ihr hier tolle lokale Produkte:

Tonara ist auรŸerdem berรผhmt fรผr seine zuckersรผรŸe Spezialitรคt Torrone die ihr vor Ort unbedingt probieren solltet.


Nationalpark Golfo di Orosei โ€“ Gennargentuย ๐ŸŒฟ๐ŸŒ„

Die Gipfelย Bruncu Spinaย undย Punta La Marmora, die Ziele meiner heutigen Wanderung, liegen im beeindruckendenย Parco Nazionale del Golfo di Orosei โ€“ Gennargentu. Dieser Nationalpark ist nicht nur einer der jรผngsten in Italien, sondern mitย 73.935 Hektarย auch der grรถรŸte auf Sardinien.

Das wilde Herz Sardiniens ๐Ÿž๏ธ

Hier, im Inselinneren, befindet sich die Region Barbagia, das โ€žLand der Barbarenโ€œ, wie es die Rรถmer wegen des wehrhaften Volkes nannten. Heute ist die Barbagia jedoch ein Ort der Gastfreundschaft und Ursprรผnglichkeit.

Die Landschaft ist hier wilder, vielfรคltiger und spektakulรคrer als irgendwo sonst auf Sardinien. Sanfte Hรผgelsteile Klippentiefe Schluchten und unberรผhrte Wรคlder prรคgen das Bild. Der Nationalpark reprรคsentiert das echte, unverfรคlschte Sardinien โ€“ voller Geheimnisse und atemberaubender Schรถnheit.

Anfahrt ๐Ÿš—

  • Vonย Olbiaย erreicht ihr das 100 km entfernteย Nuoroย in ca. einer Stunde.
  • Fรผr die weiterenย 60 km nach Tonaraย plant 1,5 Stunden ein โ€“ es geht รผber kurvige StraรŸen, durch Tรคler, รผber Berge und Hรผgel.

Highlights des Nationalparks ๐ŸŒŸ

Die Westseite:

  • Monte Corrasi (1.463 m):ย Der imposante โ€žWรคchterโ€œ รผber Oliena mit seiner hellgrauen, sonnenbeschienenen Spitze.
  • Su Gologone:ย Eine kraftvolle Quelle, die aus den Tiefen des Monte Uddรฉ sprudelt und den Lago Cedrino speist.

Der Golfo di Orosei:

  • Steile Schiefer- und Kalksteinklippen, Hรถhlen und Schluchten prรคgen die Kรผste von Cala Gonone bis Santa Maria Navarrese.
  • Selvaggio Blu:ย Sardiniens schwierigster Trekkingweg entlang der Kรผste โ€“ ein Paradies fรผr Trekking-Enthusiasten.
  • Gola su Gorropu:ย Eine der tiefsten Schluchten Europas mit bis zu 500 Meter hohen Felswรคnden.

Die Gennargentu-Gipfel:

Rechter Hand der StaatsstraรŸe SS 389 erhebt sich die Gebirgslandschaft des Gennargentu-Massivs, gekrรถnt vom Punta La Marmora, dem hรถchsten Punkt der Insel.


Flora und Fauna ๐Ÿฆ…๐ŸŒบ

Der Park ist eine Oase fรผr Sardiniens Tierwelt:

  • Mufflons,ย Hirsche,ย Wildkatzenย und andere Wildtiere leben hier ungestรถrt.
  • Beeindruckendeย Greifvรถgelย wieย Gรคnsegeier,ย Steinadlerย und der selteneย Eleonorenfalkeย durchziehen den Himmel.
  • Die Vegetation reicht von immergrรผnen Macchia-Strรคuchern bis zu uralten, tief verschneiten Wรคldern im Winter.

Geschichten und Traditionen ๐Ÿ•Š๏ธ

Der Nationalpark ist ein Land der Mythen und Legenden:

  • Von derย Transhumanza, dem Leben der wandernden Hirten, รผber stolze Menschen und ihre Traditionen bis hin zu denย sagenumwobenen sardischen Banditenย erzรคhlt jede Ecke des Parks eine eigene Geschichte.
  • Hier lebt die Kultur Sardiniens in ihrer ursprรผnglichsten Form โ€“ in den Trachten, der Musik und der Erzรคhlkunst der Bewohner.

Fazit:
Der Nationalpark Golfo di Orosei โ€“ Gennargentu ist ein echtes Juwel Sardiniens. Mit seinen spektakulรคren Landschaften, der reichen Tierwelt und den tief verwurzelten Traditionen bietet er ein unvergessliches Erlebnis fรผr Wanderer, Naturfreunde und Kulturliebhaber. ๐ŸŒโœจ


Tourbeschreibung: Auf dem Weg zum Bruncu Spina und Punta La Marmoraย ๐ŸŒ„

An diesem Morgen starte ich von Tonara, dem malerischen Gebirgsdorf, und mache mich auf den Weg in Richtung Fonni. Es geht 25 Minuten lang durch die grรผnen, dichten Bergwรคlder Sardiniens, vorbei an bunten Ziegenherden, die die StraรŸen sรคumen. Die StraรŸe windet sich stetig bergauf, und die frische Morgenluft erfรผllt mich mit Vorfreude.

Kurz vor der Kreuzung Sโ€™Arcu de Tascussi verรคndert sich die Landschaft deutlich: Der Wald lichtet sich, die Bรคume werden seltener und die grรผnen Wiesen und groรŸen Felsen รผbernehmen das Bild. Die Aussicht wird offener, und ich nehme mir Zeit, um die Landschaft in vollen Zรผgen zu genieรŸen.


Das Bild der alten Baumriesen ๐ŸŒณ

Weiter geht es auf einer einsamen StraรŸe, die mich der aufgehenden Sonne entgegentrรคgt. Die Weiden sind jetzt von einzelnen alten Baumriesen gesรคumt, die stolz und kraftvoll ihre ร„ste in den Himmel recken. Einige Bรคume biegen sich dem Hang entgegen, vom Wind gebeugt, aber dennoch majestรคtisch. Andere stehen aufrecht, ihre ร„ste wie ausgestreckte Finger, die den blauen Himmel berรผhren.

Ich halte immer wieder an und kann nicht anders, als ehrfรผrchtig zu fotografieren. Wie alt mรถgen diese Bรคume wohl sein? Was haben sie alles erlebt, welche Stรผrme รผberstanden, welche Verรคnderungen in der Natur gesehen? Die Jahrhunderte sind in ihren Rinden eingraviert โ€“ und in ihrem stillen Zeugen des Lebens. ๐ŸŒฟ๐Ÿ“ธ

Ankunft an der Funtana Cerinase ๐Ÿ’ง๐ŸŒฟ

Auf der linken Seite der StraรŸe entdecke ich einen eingezรคunten Bereich, umgeben von wunderschรถnen, hohen Bรคumen. Inmitten dieses grรผnen Paradieses sprudelt die kleine Quelle Funtana Cerinase, deren kรผhles, klares Wasser in einem rustikalen Bachbett flieรŸt.

Hier halte ich an und fรผlle meine Wasserflaschen mit dem erfrischend eiskalten Quellwasser. Es schmeckt nicht nur unglaublich frisch, sondern gibt mir auch die nรถtige Energie fรผr die bevorstehenden Hรถhenmeter. Der Ort ist ein wahrer Ruhepol und bietet mir eine willkommene Pause, um die friedliche Atmosphรคre zu genieรŸen und mich auf die bevorstehende Wanderung vorzubereiten.

Die Quelle scheint tief in der Erde verankert zu sein und versorgt die Wanderer mit reinem, natรผrlichem Wasser, das einen besonderen Teil dieser Tour ausmacht. Ein schรถner Moment des Innehaltens und Kraftschรถpfens โ€“ die perfekte Vorbereitung auf die nรคchsten Schritte. ๐ŸŒž๐Ÿ’ง

Der Weg zum Sentiero CAI 721 und die Begegnung mit den Kรผhen ๐Ÿ„๐ŸŒ„

Weiter der StraรŸe entlang erreiche ich nach etwa zwei Kilometern das verlassenen Rifugio S’Arena โ€“ ein trauriger Anblick. Die Herberge wirkt nagelneu, aber offensichtlich wurde sie ihrem Schicksal รผberlassen. Sie ist verwahrlost, als ob niemand mehr dort wohnen mรถchte. Es ist wirklich schade, denn ich kann mir gut vorstellen, wie ein neuer Pรคchter diesem Ort wieder Leben einhauchen kรถnnte. Ich hoffe sehr, dass sich irgendwann jemand findet, der diese verlassene Herberge wiederbelebt.

Ich parke mein Auto und beginne, den Sentiero CAI 721 zu folgen. Die rot-weiรŸ-roten Markierungen fรผhren mich den Wanderweg entlang, und nach ein paar Kehren, die mich eine SchotterstraรŸe hinauffรผhren, zieht sich der Weg weiter in Richtung Osten, immer am Hang entlang.


Die Kรผhe am Wegesrand ๐Ÿ„๐Ÿ’ญ

Ein vertrautes Glockengebimmel zieht sich durch das Tal und kรผndigt mir die Nรคhe von Kรผhen und ihren Kรคlbern an. Bald sehe ich sie: Eine Gruppe von halbwild lebenden Kรผhen mit ihren Kรคlbern blockiert den Wanderweg. Ich hoffe instรคndig, dass sich diese stattlichen Tiere meinen Weg freimachen, ohne dass ich zwischen ihren hรถrnern landen muss. Diese Tiere leben auf den groรŸen, offenen Weideflรคchen Sardiniens und sind zwar halbwild, aber erstaunlich flink. Besonders schรผtzend reagieren sie auf ihre Kรคlber, was mir eine gewisse Besorgnis bereitet.

Doch zu meiner Erleichterung beweisen die Tiere einen respektvollen Abstand. Die Kรผhe und ihre Kรคlber lassen mich ohne Zwischenfรคlle passieren und ziehen sich dann gemรคchlich vom Wanderweg zurรผck. Ich kann meinen Weg fortsetzen, mit einer gehรถrigen Portion Respekt und Erleichterung, dass ich ohne Hรถrnerkontakt weiter wandern kann. ๐Ÿ˜…๐Ÿฎ

Der Pfad zum Bruncu Spina: Auf schmalen Wegen durch die Berglandschaft ๐Ÿž๏ธ๐Ÿ„

Nach etwa zwei Kilometern endet die SchotterstraรŸe und gibt den Blick frei auf einen kleinen Parkplatz. Der Wanderweg setzt sich fort und fรผhrt nun weiter in Richtung Osten. Der Pfad wird merklich schmaler und schlรคngelt sich in der Ferne durch eine Felsenlandschaft, bergauf in Richtung meines ersten Ziels: dem Gipfel des Bruncu Spina.


Begegnung mit der nรคchsten Kuhherde ๐Ÿ„๐Ÿ’š

Wenig spรคter sehe ich die nรคchste Kuhherde vor mir, die sich entspannt auf meinem Wanderweg niedergelassen hat. Offenbar befinden sich die Tiere gerade in einer wohlverdienten Verdauungspause. Es ist ein wunderschรถner Moment der Ruhe und Stille, umgeben von der beeindruckenden Natur Sardiniens. Doch auch diese Wiederkรคuer sind sehr freundlich und neugierig. Als ich nรคher komme, erheben sie sich langsam und ziehen gemรคchlich beiseite, damit ich meinen Weg fortsetzen kann. Ein weiteres friedliches Zusammenspiel zwischen Mensch und Tier, das diesen Wanderweg so besonders macht.


Der Aufstieg zum Bruncu Spina โ›ฐ๏ธ

Mit einem kleinen Lรคcheln auf den Lippen setze ich meinen Aufstieg fort, der Pfad wird immer schmaler und fรผhrt mich weiter in die Felsen. Der Weg schlรคngelt sich durch die zerklรผftete Landschaft und ich kann fรถrmlich spรผren, wie sich die Landschaft verรคndert und mich auf das kommende Bergpanorama vorbereitet. Der Gipfel des Bruncu Spina ist zum Greifen nah und ich freue mich darauf, die erste Etappe meiner Wanderung zu erreichen.

Der Aufstieg zum Bruncu Spina: Arcu Artilai und die steile Passage ๐Ÿž๏ธ

Nach einem kurzen, aber krรคftigen Anstieg habe ich die ersten 120 Hรถhenmeter รผberwunden und erreiche das markante Wegkreuz des Arcu Artilai. Der verfallene Wegweiser zeigt in Richtung Bergauf, und ich weiรŸ, dass ich jetzt den steileren Abschnitt des Pfades betrete.


Steile Felsen und die Herausforderung der Hรถhenangst โ›ฐ๏ธ๐Ÿ’ญ

Der Pfad wird nun deutlich steiler, und ich muss mich durch enge Felsenpassagen hindurch bewegen, wรคhrend der Bergauf immer herausfordernder wird. Es ist ein wunderschรถner, aber auch anspruchsvoller Abschnitt. Immer wieder verliere ich den Weg aus den Augen, sodass ich mich auf die rot-weiรŸ-roten Wegmarkierungen konzentrieren muss, um den richtigen Pfad nicht zu verlieren.

An der rechten Seite geht es nun steil bergab, und ich beginne zu realisieren, dass ich es heute mit meiner Hรถhenangst zu tun bekommen werde. Der Abgrund zur rechten Seite lรคsst mein Herz schneller schlagen. Wenn ich hier stolpere, gibt es keinen Halt, und ich werde mehrere hundert Meter ungebremst hinabfallen. Es ist ein unverhohlenes Gefรผhl von Gefahr, das mich plรถtzlich erfasst, und ich nehme den weiteren Aufstieg mit einer Mischung aus Respekt und Fokus in Angriff.

Die Belohnung der Aussicht: Ein Schritt weiter in die Wildnis ๐ŸŒ„๐ŸŒฟ

Trotz der Hรถhenangst fรผhle ich mich toll, wirklich groรŸartig. Ich weiรŸ, ich muss einfach weitergehen, das Ziel vor Augen. Die Aussicht รผber die umliegenden Gipfel ist atemberaubend. Sie schmiegen sich wie die Sichel eines Halbmonds um das Tal, das weit unter mir liegt. Gerรถllfelder aus Granit und Schiefer ziehen sich talwรคrts und รถffnen die Landschaft, die bis in die Ferne reicht. Im Tal sind vereinzelt Baumreihen zu erkennen, die das Bild harmonisch abrunden.


Die Schรถnheit der Wildnis ๐ŸŒธ๐Ÿฆ…

Die kunterbunten Flechten haben sich auf den Steinen und Felsen niedergelassen, und zwischen ihnen finden unzรคhlige Wildkrรคuter Platz, wo immer noch ein Hauch von Lebensraum besteht. รœberall blรผhen Krokusse in GelbBlau und WeiรŸ โ€“ ein wahres Naturschauspiel. Der Himmel รผber allem ist klar und strahlend blau. Ich bin ganz allein in dieser riesengroรŸen Wildnis โ€“ kein Mensch ist weit und breit zu sehen.

Die Lerchen zwitschern, und hoch oben kreist ein Raubvogel in aller Ruhe seine Runden. Der Duft der wilden Krรคuterliegt in der Luft und erfรผllt mich mit einer tiefen Verbundenheit zur Natur. Die Welt fรผhlt sich hier oben so unberรผhrt und friedlich an, dass ich den Schwindel immer weiter von mir schiebe.


Der Weg als einzige Option ๐Ÿ’ช๐ŸŒŸ

Trotz der Hรถhenangst und des Schwindels zwinge ich mich immer wieder, weiterzugehen. Ich halte mich an den Felsenfest, setze einen FuรŸ vor den anderen und konzentriere mich auf das Schรถne um mich herum. Denn Umkehren ist keine Option โ€“ das habe ich mir fest vorgenommen. Es ist einfach viel zu schรถn, all das zu erleben. Ich will nicht verpassen, was mich noch erwartet, also gehe ich weiter, auch wenn jeder Schritt eine kleine Herausforderung darstellt.

Der erste Gipfel: Bruncu Spina und die geheimnisvolle Sesselliftanlage ๐Ÿž๏ธโ„๏ธ

Nach 3,5 km steilem Anstieg habe ich den ersten groรŸen Abschnitt geschafft und erreiche endlich das hรถchste Plateau. Hier oben รถffnet sich die Aussicht und ich kann den Weg in Richtung des Gipfelkreuzes des Bruncu Spina sehen, das nur noch etwa 200 Meter entfernt ist. Der letzte Abschnitt ist schon fast in Sichtweite und der Wind weht frisch รผber das Plateau.


Die Sessellift-Anlage: Ein verlassener Ort ๐ŸŽฟ๐Ÿ’จ

Der Wanderweg fรผhrt mich nun vorbei an einer sesselliftanlage, die offensichtlich niegelnagelneu und dennoch verlassen ist. Im Sommer wird sie vermutlich genutzt, aber jetzt, Mitte Mai, liegt sie still und verlassen da. Die leeren Sessel schaukeln im Wind, und es ist fast ein wenig unheimlich, diesen leeren Bergaufzug zu sehen. In dieser Hรถhe kommt mir der Gedanke, wie lebendig dieser Ort im Winter oder Sommer wรคre, aber jetzt bleibt er stumm und wartend.


Der magische Anblick eines Schneefeldes im Mai โ„๏ธโ˜€๏ธ

Und dann, als ob der Winter sich nicht ganz verabschieden wollte, entdecke ich ein groรŸes Schneefeld, das hier im Maiimmer noch glitzernd im Sonnenlicht liegt. Das Bild ist schlichtweg magisch โ€“ mitten im Frรผhling, wรคhrend die ersten Blรผten sich zeigen, ist da dieser Schnee, der sich nicht so einfach vom Berg verabschieden mรถchte. Ich halte einen Moment inne und genieรŸe diesen unerwarteten Anblick โ€“ es ist der perfekte Moment fรผr eine kleine Pause, bevor ich den letzten Abschnitt zum Gipfel in Angriff nehme.

Der Aufstieg zum Gipfel: Punta La Marmora ๐Ÿ”๏ธ๐ŸŒ„

Nachdem ich den genussvollen Rundumblick am ersten Tagesziel, dem Bruncu Spina, genossen habe, mache ich mich auf den Rรผckweg zum Plateau. Von hier aus geht es nun in Richtung Sรผden auf den kleinen, sich auf dem Bergkamm entlangschlรคngelnden Pfad. In der Ferne ist nun das Ziel des heutigen Tages deutlich zu erkennen โ€“ der Gipfel des Punta La Marmora, der hรถchste Punkt Sardiniens, mit seinem markanten Gipfelkreuz.


Hรถhenweg durch Fels und Gras ๐ŸŒฟ๐Ÿชถ

Der Pfad windet sich jetzt entlang des Berggrats und bietet eine wunderschรถne Aussicht auf die umliegende Landschaft. Ich spรผre den Wind, der hier oben immer frischer wird, und laufe durch Felsen und Gras. Der Weg fรผhrt mich weiter, schlรคngelt sich immer wieder auf und ab, und lรคsst mir genรผgend Zeit, die wilde Schรถnheit des Berges zu genieรŸen.


Arcu Gennargentu: Der erste Abstieg โฌ‡๏ธ

Der Weg fรผhrt nun steil hinab, und ich erreiche das Wegkreuz am Arcu Gennargentu auf 1659 m. Hier gibt es eine kleine Pause, bevor es wieder bergauf geht. Der Abstieg hat mich gestรคrkt und vorbereitet fรผr den letzten Teil des Aufstiegs zum Punta La Marmora.


Der Gerรถllfeld-Aufstieg zum Gipfel โ›ฐ๏ธ๐Ÿ’ช

Der Weg fรผhrt nun in das Gerรถllfeld des Su Sciusciu, auch als Bruncu Spina 2 bekannt, und der Anstieg wird merklich steiler. Doch der Weg ist gut erkennbar, und mit jedem Schritt nรคhere ich mich dem Gipfelkreuz. Es ist der anstrengendste Teil der Tour, aber nach etwa 700 Metern steilerem Anstieg habe ich das Gefรผhl, dass der schwierigste Abschnitt hinter mir liegt.


Der letzte Schritt zum Gipfel ๐Ÿ”๏ธ๐Ÿ…

Nun fรผhrt der Pfad weiter in einem eher gemรผtlichen Tempo in Richtung des Gipfels des Punta La Marmora (1853 m). Der blitzende Gipfelkreuz in der Ferne motiviert mich, den letzten Teil dieses wunderbaren Aufstiegs zu bewรคltigen. Es ist ein Gefรผhl der Erfรผllung, das sich langsam einstellt, je nรคher ich dem Ziel komme. Bald werde ich den hรถchsten Punkt Sardiniens erreichen und mit einem stolzen Lรคcheln den Gipfel erklimmen.

Gipfelkreuz erreicht: Die Belohnung nach dem Aufstieg ๐Ÿ”๏ธ๐Ÿฅช

Endlich habe ich den Gipfel erreicht und stehe vor dem Gipfelkreuz des Punta La Marmora. Die Aussicht hier oben ist einfach atemberaubend โ€“ ein wahres Naturwunder. Im Osten blitzt das Meer des Golf von Orosei, und im Westenerstreckt sich das Meer bei Oristano. Es ist ein Panorama, das sich in alle Richtungen entfaltet, als ob man das ganze Herz Sardiniens in einem Blick erfassen kรถnnte.


Absolute Stille und Wind ๐ŸŒฌ๏ธ๐Ÿ’จ

Hier oben herrscht absolute Stille. Nur ein sanftes Windchen, das aus dem Tal herauf weht, ist zu hรถren. Es fรผhlt sich an, als sei die Zeit hier oben still gestanden. Der Wind streicht durch das Hochgebirge und erfrischt mich nach dem langen Aufstieg โ€“ Frieden und Ruhe breiten sich aus, wรคhrend ich mich an diesem atemberaubenden Ort aufhalte.


Verdiente Pause mit Picknick ๐Ÿง€๐Ÿฅ–

Jetzt ist es an der Zeit, mein wohlverdientes Picknick zu genieรŸen. Aus dem kleinen Stรคdtchen Tonara, bekannt fรผr seine kรถstlichen Spezialitรคten, habe ich leckere lokale Kรถstlichkeiten dabei. Mit einem KรคseBrot, und ein paar Wรผrstchen aus der Gegend bereite ich mir eine wohltuende Pause und lasse die Eindrรผcke dieses Aufstiegs auf mich wirken.


Der Hund genieรŸt die Aussicht ๐Ÿ•๐ŸŒ„

Der Hund, meine treue Begleiterin, sitzt ganz entspannt auf einem Felsen รผber dem Abgrund und lรคsst die Ohren im Wind baumeln. Sie hat die Wanderung genauso gut gemeistert und genieรŸt nun genauso wie ich den Blick auf das weite Land und das Meer, das sich in der Ferne erstreckt. Auch sie scheint die Ruhe und Weite dieses Ortes zu schรคtzen. Wir genieรŸen diesen magischen Moment gemeinsam, der sich in diese wunderschรถne Wanderung eingliedert.

Der Rรผckweg: Auf und Ab durch die westliche Flanke ๐ŸŒ„๐Ÿšถโ€โ™€๏ธ

Gestรคrkt von meiner Pause und mit neuen Krรคften mache ich mich auf den Rรผckweg. Der Weg fรผhrt mich zunรคchst wieder entlang der Strecke, die ich gekommen bin, bis zum Wegkreuz des Arcu Gennargentu. Doch nun biege ich nach links ab und nehme den Wanderpfad, der unterhalb des Bergkamms des Bruncu Spina verlรคuft. Der Weg schlรคngelt sich in einem gemรคchlicheren Auf und Ab und bietet eine neue Perspektive auf die Landschaft.


Die Begegnung mit dem Rennradfahrer ๐Ÿšดโ€โ™‚๏ธ

Der Weg, der an diesem abgelegenen Ort fast nur von Tieren und dem Wind bewohnt wird, รผberrascht mich mit einer unerwarteten Begegnung. Mitten auf dem endlosen Schotterweg taucht ein Rennradfahrer auf! Ein Moment der Verwirrung โ€“ wie kommt jemand hier mit dem Rennrad hin?

Der Fahrer, Alessandro, schultert das Rad und schnauft ordentlich, als er an mir vorbeikommt. Ich kann nicht anders und lache bei seinem Anblick. Er schmunzelt zurรผck und erklรคrt mir, bevor ich รผberhaupt fragen kann: โ€žIch mache eigentlich die Tour mit dem Mountainbike, aber heute wollte ich mal versuchen, mit dem Rennrad auf den Berg zu kommen.โ€œ Er plant, auf der anderen Seite des Berges bergab zu fahren und nach einigen Kilometern Schotter den Asphaltweg zurรผck nach Oristano zu nehmen, wo er heute Morgen gestartet ist.


Hut ab und ein netter Austausch ๐Ÿ…๐Ÿ“ธ

Ich bin beeindruckt โ€“ was fรผr eine Leistung! Hut ab vor so viel Ausdauer und Entschlossenheit. Wir tauschen ein paar Selfies aus und stellen uns gegenseitig vor, bevor wir in entgegengesetzte Richtungen weitergehen. Ich setze meinen Wanderweg fort, wรคhrend Alessandro mit seinem Rennrad den Berg hinunterfรคhrt.

Es war eine unerwartete, aber sehr nette Begegnung โ€“ ein Moment, der die Vielfalt der Erlebnisse auf diesem wunderbaren Wanderweg noch bereichert. Es erinnert mich daran, wie erstaunlich und inspirierend die Natur und die Menschen, die sie erleben, sein kรถnnen.

Der Rรผckweg und die bleibende Schรถnheit der Landschaft ๐ŸŒฟ

Es passiert nicht mehr viel an diesem Tag โ€“ aber die wunderschรถne Landschaft bleibt. Mit jeder Wendung des Wanderwegs spรผre ich die Ruhe und Abgeschiedenheit, die dieser Ort ausstrahlt. Der Weg fรผhrt mich weiter bergab, immer entlang der kleinen Quellen, die wie lebendige Adern des Gebirges sanft flieรŸen. Die Quellen plรคtschern leise in den Felsen, und der Klang des Wassers ergรคnzt die Stille der Natur.


Wieder am Ausgangspunkt ๐Ÿšถโ€โ™€๏ธ

Langsam komme ich dem Ziel nรคher und folge dem Wanderweg zurรผck zum Arcu Artilai, von dem ich heute Vormittag den steilen Aufstieg zum Bruncu Spina begann. Die Rรผckkehr ist genauso friedlich wie der Aufstieg. Ich genieรŸe den Anblick der Natur und lasse die Wanderschuhe in den Boden sinken, wรคhrend ich die Rรผckfahrt zum Ausgangspunkt antrete. Es gibt hier nichts, was eilig wรคre, alles hat seine Zeit, der Moment, die Atemzรผge der Natur.


Der Abschluss der Tour: Sโ€™Arena โ›ฐ๏ธ

Am Ende des Weges angekommen, kehre ich zurรผck zu meinem Auto, das ich am Anfang der Tour auf dem Parkplatz in Sโ€™Arena abgestellt hatte. Die Wanderung endet hier, aber die Eindrรผcke, die Landschaft und die Natur werden mich noch lange begleiten. Es ist ein wunderbares Gefรผhl, etwas Herausforderndes gemeistert zu haben, mit den Bergen und dem windigen Gipfel als Zeugen des Weges.


Ein letzter Blick und mehr Bilder ๐Ÿ“ธ

Ich nehme mir einen Moment, um den Blick รผber die weitlรคufige Berglandschaft schweifen zu lassen. Die Berggipfelzeichnen sich scharf gegen den Himmel ab, das sanfte Grรผn des Gebirges, die Bรคche, die die Erde speisen โ€“ all das ist ein Bild fรผr sich. Um den Tag abzurunden, mache ich noch einige letzte Fotos, die die Schรถnheit dieses Ortes festhalten.


Der Tag neigt sich dem Ende zu, aber der Abenteuergeist bleibt in mir. Und ich weiรŸ, dass ich, wenn der nรคchste Wanderweg ruft, wieder hinausgehen werde, in diese unberรผhrte Wildnis, die Sardinien so einzigartig macht.

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GPS-Daten fรผr eure nรคchste Wanderung ๐Ÿ“

Die GPS-Daten fรผr diese wunderschรถne Wanderung sowie weitere Touren auf Sardinien kรถnnt Ihr ganz einfach auf meiner Seite auf Bikemap.net herunterladen. Dort habe ich nicht nur diese Tour, sondern auch viele andere Fahrrad- und Wandertouren fรผr Euch hinterlegt, die Ihr direkt auf Eure Gerรคte laden kรถnnt.

๐Ÿ‘‰ Hier gehtโ€™s zu den GPS-Daten und weiteren TourenBikemap.net โ€“ Sardinien Touren

Viel SpaรŸ beim Erkunden der wilden Berglandschaften Sardiniens und der unvergesslichen Natur dieser einzigartigen Insel! ๐ŸŒ„

Anja


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